Im neutestamentarischen Gleichnis vom barmherzigen Samariter ist es ausgerechnet ein Fremder, der Nächstenliebe übt. Die Nächstenliebe ist der zentrale Punkt. Das Christentum verlangt eine agapäische, das heißt von Liebe bewegte Grundhaltung: Sich in den Nächsten hineinzuversetzen gilt als Hochform sittlichen Handelns. Mit Maria, der Mutter Gottes, hat die Empathie in katholischen und orthodoxen Traditionen ihren festen, vorwiegend weiblichen Platz. Sie hört immer zu und versteht und verzeiht alles. So kann die Kirche, oft durch Maria symbolisiert, den Sterblichen das ewige Leben spenden.