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© ap
Darwins Haupttheorie vom Überleben des Stärkeren
diente häufig als Vorlage für rassistisches Gedankengut
Darwins Theorie im Zwielicht
In punkto Rassismus war er ein Kind seiner Zeit
1831 ging der 22jährige Darwin an Bord der HMS Beagle und segelte fünf Jahre lang um die Welt. Diese Jahre werden den Grundstein für die Evolution, eine der größten wissenschaftlichen Entdeckungen der Neuzeit, legen. Während dieser Zeit beobachtete der Jungforscher nicht nur die Natur und die Tierwelt, er traf auch Menschen mit anderer Hautfarbe und anderem kulturellen Hintergrund. Seine spätere Theorie wird in der Folge immer wieder Anlass für rassistische Diskussionen liefern.

Die Folgen seines Denkens
Für Eckard Voland, Wissenschaftsphilosoph an der Universität Gießen, ist Darwin mit diesen Ansichten mehr ein Kind seiner Zeit als ein knallharter Ideologe. "Man hat lange diskutiert, ob Darwin nun verantwortlich zu machen ist, für die Folgen seines Denkens, die dann einmünden in den Rassenwahn der Eugenik und so weiter. Und ich denke, die Biographen Darwins sind sich einig, dass natürlich Darwin in seinem Werk Entwicklungen mit angestoßen und eingeleitet hat. Aber er ist dann doch wieder nicht in dem Sinne verantwortlich, wie wir das heute verstehen würden. Als knallharten Rassisten sollte man Darwin nicht sehen", so Eckard Voland.


Ernst Haeckels "Baum des Lebens"
Auch wenn Darwin von der Ungleichheit der Menschen überzeugt war, hielt er sich in den ideologischen Debatten seiner Zeit über Rassen zurück. Andere dagegen predigten mit großer Vehemenz den unterschiedlichen Wert der Menschen verschiedener Hautfarben - so etwa der deutsche Biologe Ernst Haeckel. Er gehörte zu den Begründern des Sozialdarwinismus und empfahl ausdrücklich die Tötung kranker oder behinderter Kinder. In seinem "Baum des Lebens" gab es eine klare Hierarchie des Lebens und mit den Menschen an der Spitze waren implizit gesunde weiße Menschen gemeint. Haeckel wurde zum geistigen Bindeglied zwischen Darwins Entdeckung und der menschenverachtenden Rassenpolitik der Nazis.


Erfinder eines genialen Gedankens
Ausläufer von Darwins Denken finden sich auch im Werk eines berühmten deutschen Philosophen. Friedrich Nietzsche träumte von einem neuen Wesen, das über die heutige evolutionäre Stufe des Menschen hinausgeht, vom Übermensch. An Nietzsches Bildern vom Übermenschen berauschten sich die Nazis. Voland dazu: "Es ist eine historische Zufälligkeit, dass das darwinische Denken mehr Effekte hatte auf der rechten Seite des politischen Spektrums und dass die Konservativen, die Rassisten, die Faschisten durch Darwin inspiriert wurden. Aber es hätte auch anders kommen können."


Darwin Schwerpunkt
Rassismus und Evolution - Was meinte Darwin mit dem "Überleben des Stärkeren"?
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