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Dienstag, 20. April
© BBC Lupe
Shanghai - eine der liberalsten Städte im großen Reich und auch das pulsierende Herz des kapitalistischen China und eine der wichtigsten Finanz- und Geschäftsmetropolen der Welt. 23 Millionen Menschen leben hier.
China gibt Gas (Teil 2)
aus der Reihe "über:morgen"
Das Zukunftsmagazin
Chinas Wirtschaft boomt. Schon 2016 könnte dieses Land, noch vor den USA, zur größten Volkswirtschaft der Welt werden. Aber hinter der glänzender Fassade wachsen Chinas Probleme. Denn nicht alle können mit diesem rasanten Aufstieg mithalten. In keinem anderen ostasiatischen Staat hat sich im vergangenen Jahrzehnt die Kluft zwischen Reich und Arm so vertieft wie in China. Und so gibt es nicht nur Gewinner, sondern Millionen Verlierer - vor allem die Wanderarbeiter werden regelrecht ausgebeutet.
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Staatlich verordnete Ein-Kind-Politk
Dazu kommt, dass China über kein soziales Auffangnetz verfügt, die meisten Menschen sind nicht einmal krankenversichert. Die traurige Bilanz: Mehr als 280.000 Menschen begehen jährlich Selbstmord, die Suizidrate der chinesischen Frauen ist die höchste weltweit. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, das hat mittlerweile auch die Kommunistische Führung erkannt. Es wird aber noch Jahrzehnte dauern, bis westliche Standards erreicht werden. Auch die 1978 eingeführte Ein-Kind-Politik gerät immer stärker unter Beschuss. China erwägt nun die schrittweise Abschaffung des Gesetzes bis 2020, um der allmählichen Vergreisung der Gesellschaft entgegenzuwirken.

Es stehen aber nicht nur Reformen im Gesundheits- und Sozialbereich an. Auch auf dem Umweltsektor mehren sich die Probleme, denn mit der steigenden Mobilität wächst auch die CO2-Belastung und China ist heute schon der weltgrößte Klimasünder. Immerhin investiert die chinesische Regierung jährlich mehr als eine Milliarde Euro, um die Produktion von Elektroautos zu fördern.

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Anita Rani und Justin Rowlatt
Vom ärmlichen Land in eine Großstadt wie Shanghai zu kommen, ist wie eine Zeitreise. Es ist, als würde man Jahrhunderte überspringen – und nichts veranschaulicht diesen gewaltigen Fortschritt besser als das Auto. Die Chinesen setzen auf große und schnelle Modelle, vor allem westliche Autos. Mit der steigenden Mobilität nehmen aber auch die Belastungen für die Umwelt zu. Die Folgen werden wir alle zu spüren bekommen. Die Zukunft des chinesischen Automarktes könnte zu einem der globalen Probleme dieser Welt werden.

Auf ihrer Reise durch das Reich der Mitte kommen die BBC-Reporter Anita Rani und Justin Rowlatt zu folgendem Schluß: Pekings neue Führung wird das Land grundlegend reformieren müssen, um einer strahlenden Zukunft entgegensehen zu können.

In China stehen 7 der 10 größten Brücken der Welt. Sie wurden alle im vergangenen Jahrzehnt erbaut. Und auch sonst lassen sich Chinas Infrastrukturpläne sehen. © BBCLupeMobilität ist oberste Priorität
Der Mann, dessen Porträt seit Jahrzehnten am Tor des Himmlischen Friedens hängt und in dessen Namen Tragödien entfesselt wurden, wird nach wie vor verehrt: Mao Zedong. Seine Theorien haben Verfassungsrang, sein Konterfei prangt auf allen Geldscheinen von einem Yuan bis zu 100 Yuan. Das größte Mao-Denkmal der Welt ist 30 Meter hoch und zeigt ihn als Studenten. © BBCLupeMao Zedong genießt Kultstatus
Mit Mega-Projekten wie diesen, zeigt China seine Macht. Die Aizhai-Brücke ist unglaubliche 1.176 Meter lang und schwebt 330 Meter über dem Tal. Mit ihren roten Metallstreben erinnert sie ein bisschen an die berühmte "Golden Gate Bridge" in San Francisco. © BBCLupeAizhai-Brücke - längste Hängebrücke der Welt

Sendedaten
Samstag, 9. Februar 2013
um 18.00 Uhr
Wiederholung:
Dienstag, 12. Februar 2013
um 12.30 Uhr
Credits
Ein Film von Dominic Ozanne und
Olly Bootle
Deutsche Bearbeitung
Alessandra Bachl, Cinevision 2013
Vergangene Sendungen
© ORF Vergangene Sendungen!
Buchtipps
Ronald Coase, Ning Wang
"Chinas Kapitalismus: Weg ohne Plan und Zukunft?"
Verlag: Schäffer-Poeschel, 2013
ISBN: 978-3791032665

brand eins Wissen
"China in Zahlen"
Verlag: tredition, 2012
ISBN: 978-3849125011

Jorgen Randers
"2052. Der neue Bericht an den Club of Rome: Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre"
Verlag: Oekom, 2012
ISBN: 978-3865813985

Frank Sieren
"Angst vor China: Wie die neue Weltmacht unsere Krise nutzt"
Verlag: Econ, 2011
ISBN-13: 978-3430300414
Thementag
Eine Reise in das Riesenreich China
China steht für Kommunismus, Kopien und eine boomende Wirtschaft. Und neuerdings auch für Opernhäuser der Extraklasse. 24 Stunden lang waren wir in Dokumentationen und Spielfilmen im Fernen Osten unterwegs.
Infos zum Thema