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Dienstag, 20. April
© ORF/Cinevision Lupe
Es ist ein guter Brauch der Jäger, bei der alljährlich im Herbst stattfindenden Hubertusmesse die Schützen und die Beute zu ehren.
Zum Abschuss freigegeben
aus der Reihe "über:morgen" - Das Zukunftsmagazin
Die Jagd in Mitteleuropa steckt in der Krise und ihre Zukunft ist ungewiss. Die gesellschaftliche Akzeptanz sinkt seit Jahren kontinuierlich. Nur noch die Hälfte der Bevölkerung hält die Jagd als Mittel zur Regulierung der Natur für notwendig.
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Hirschkühe bei der Äsung
Die Gegner der Jagd sammeln schon lange Argumente und die Jägerschaft hat es immer schwerer dagegenzuhalten. Dass die Jagd ein uralter Brauch sei, interessiert kaum mehr. Dass Jagd aktiver Naturschutz wäre, verstehen viele nicht. Dass ohne die Jagd Wildschäden zunehmen würden, ist fragwürdig geworden. Dass die Hand des Jägers lediglich die fehlenden Raubtiere ersetzt, scheint angesichts der Wildverluste durch Witterung und Straßenverkehr zweifelhaft. Dass Jäger hegen und Reviere verbessern, wird als Wildbestandsaufbesserung abgetan.

Die Zahl der Berufsjäger sinkt, jene der Freizeitjäger steigt. Doch diese widmen der Jagd nicht dieselbe zeitliche und fachliche Aufmerksamkeit. Immer weniger Jäger bilden einen Jaghund aus und immer mehr wenden illegale Methoden an.

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Walter Arnold, Wildbiologe Vetmed
Gegner der Jagd fordern Verbote und neue Gesetze. Doch wären die Kulturwälder Mitteleuropas ohne Jagd überhaupt denkbar? Würden ohne Eingriff des Menschen Scharen von hungrigen Wildschweinen unkontrolliert über Parks und Gärten herfallen? Würden die anfallenden Wildschäden unsere Wälder im Übermaß beschädigen? Oder kann sich der Lebensraum Natur, wenn er sich selbst überlassen bleibt, regulieren? Die Menschen machen sich heute viel mehr Gedanken um das Wohl von Tieren, als das vor vielleicht hundert Jahren der Fall war.

Nachhaltigkeit kann zum blossen Schlagwort verkommen. Klaus Hackländer, Wildbiologe an der Boku Wien: "Wir müssen immer davon ausgehen, dass etwas nur nachhaltig ist, wenn es sowohl ökologisch sinnvoll und ökonomisch sinnvoll ist und wenn es von der Gesellschaft akzeptiert wird. Das sind die soziokulturellen Faktoren. Und immer nur alle drei Aspekte abgedeckt führt dann auch zur Nachhaltigkeit."

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Erich Hofer, Jäger "Fair hunt"
Die Jagd generiert ein hochwertiges Lebensmittel - die Tiere waren wirklich frei bei der Wahl ihres Aufenthaltsortes, des Paarungspartners und der Nahrung. Fettarm und gesund. Vorbei sind die Zeiten, als Wildbret nur kräftig mariniert genießbar war. Die Qualität des Fleisches ist gestiegen, weil die Jäger in Sachen Lebensmittelhygiene und Kühlung dazu gelernt haben. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen ein ganzer Hase in der Küche abgeliefert wurde. Ernst Hofer bietet das Fleisch aus fairer Jagd als Direktvermarkter in kleinen, küchenfertigen Portionen an.

Die über:morgen Dokumentation "Zum Abschuss freigegeben" beobachtet Gesellschaftsjagden, besucht Feldversuche von Wissenschaftlern, begleitet Jagdschüler, befragt Gegner und Befürworter der Jagd und versucht die Frage zu klären, ob in unseren Wäldern das Halali auch in Zukunft noch erschallen wird.

Sendedaten
Samstag, 1. Dezember 2012
um 18.00 Uhr
Wiederholung:
Dienstag, 4. Dezember 2012
um 12.30 Uhr
Credits
Ein Film von Ute Gebhardt
Cinevision 2012
Vergangene Sendungen
© ORF Vergangene Sendungen!
Buchtipps
Peter Burkhardt
"Ein Jahr im Rotwildrevier: Jagdpraxis und Hege"
Verlag: Müller Rüschlikon, 2011
ISBN: 978-3275017928

Ekkehard Ophoven
"Kosmos Wildtierkunde: Biologie, Merkmale, Bejagung"
Verlag: Franckh-Kosmos, 2010r
ISBN: 978-3440115299

Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Manfred Eigen
Antal Festetics
"Was ist Leben?"
Verlag: Neumann-Neudamm, 2010
ISBN: 978-3788813550

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