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Dienstag, 20. April
© ORF/Blackway Prod. Lupe
Im vergangenen Jahr lag der Pro Kopf-Verbrauch bei fast 16 Kilogramm, in Österreich immerhin bei 7.
Alles für die Fisch!
aus der Reihe "über:morgen" - Das Zukunftsmagazin
Fisch ist gesund, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Er ist leicht verdaulich und Meeresfisch enthält zudem reichlich gesunde Fettsäuren. Doch auch manch giftige Substanz reichert sich im Fettgewebe der Meerestiere an. Könnte in Fischprodukten also auch eine gesundheitliche Gefahr für Fisch-Gourmets verborgen sein?
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Wie viel wissen wir wirklich darüber, wo der Fisch auf unseren Tellern eigentlich herkommt?
Auch die falsche Lagerung bereitet Gesundheitsexperten Sorgen. Wie viele andere Lebensmittel sollte auch Fisch möglichst frisch auf den Tisch und nur kurz und möglichst kühl gelagert werden. Doch die Realität sieht leider meist anders aus. Die Dokumentation "Alles für die Fisch!" zeigt wie frisch der meist teure Fisch in unseren Supermärkten tatsächlich ist. Auch das britische Nationalgericht fish & chips wird kritisch unter die Lupe genommen. Verbirgt sich hinter manchen vorgeblich frischen Fischen im wahrsten Sinne des Wortes ein Etikettenschwindel?

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Grimsby, der größte Hafen des Vereinigten Königreichs.
Auch die Zukunft der Fischindustrie sieht eher trostlos aus, denn 63 Prozent der weltweiten Fischbestände im Atlantik sind bereits überfischt - im Mittelmeer sind es sogar 82 Prozent. Was dürfen die Feinschmecker unter uns daher noch mit gutem Gewissen bestellen? Das Bild vom einsamen Fischer, der mit einem kleinen Boot übers Meer tuckert, gehört längst der Vergangenheit an. Die heute kapitalistisch industriellen Methoden fordern ihren Tribut.

Wenn man sich bewusst macht, dass die Fischgourmets aller Welt satte 60 Milliarden Euro jährlich für Fisch und Krustentiere aus Aquakulturen ausgeben, stimmt es umso bedenklicher, dass dieser Wirtschaftszweig seinem ursprünglich grünen Gedanken, eine gesunde Alternative zum Wildfang zu bieten, nicht gerecht wird. Auch hier frisst im wahrsten Sinne des Wortes der Kapitalismus die Umwelt und damit auch uns auf.

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Wo früher Reis angebaut wurde finden sich jetzt Aquafarmen.
Heute wird die Fischerei mit kapitalistisch industriellen Methoden betrieben - mit verheerenden Folgen: Bereits ein Drittel der Fische und Garnelen in den Supermärkten weltweit kommt aus Aquakulturen in Asien - aus Massenproduktion. In diesen Kulturen werden rund 20 Millionen Tonnen Fisch gezüchtet. Kraftfuttercocktails sollen die Fische so schnell wie möglich verkaufsreif wachsen lassen. Mit dem Ergebnis, dass der Konsument diese dem Tier zugeführten Wachstumshormone, Chemikalien und Antibiotika automatisch mitisst.

Wer bedrohten Fischarten eine Auszeit geben und den aggressiven Handel umgehen möchte, muss beim Fischeinkauf bewusst vorgehen. Für den gesunden und umweltfreundlichen Genuss empfiehlt es sich daher heimischen Fisch, Fisch aus Biozucht oder Fisch mit Öko-Gütesiegeln zu kaufen und zu verspeisen.

So vermeiden wir vielleicht, dass die Fische weltweit einer trüben Zukunft entgegenschwimmen und unser Hunger auf Fisch vielleicht bald gänzlich gestillt sein wird.

Sendedaten
Samstag, 20. Oktober 2012
um 18.00 Uhr
Wiederholung:
Dienstag, 23. Oktober 2012
um 12.30 Uhr
Credits
Ein Film von Adam Jessel
Deutsche Bearbeitung
Michaela Rathbauer, Cinevision 2012
Vergangene Sendungen
© ORF Vergangene Sendungen!
Buchtipps
Paul Greenberg
"Vier Fische: Wie das Meer auf unseren Teller kommt "
Berlin Verlag, 2011
ISBN: 978-3827010124

Brigitte Heinrich
"Der grosse Fang: Geschichten von Fisch und Mensch"
Unionsverlag, 2011
ISBN: 978-3293004290

Taras Grescoe
"Der letzte Fisch im Netz: Wie wir die wichtigste Nahrungsquelle der Welt retten können - die Meere"
Verlag: Karl Blessing, 2010
ISBN: 978-3896673459

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