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Dienstag, 20. April
© ORF/BBC Lupe
Indien erlebt einen noch nie dagewesenen Wirtschaftsboom.
Indien gibt Gas (Teil 2)
aus der Reihe "über:morgen" - Das Zukunftsmagazin
Indiens Wirtschaft boomt, allen voran die Autoindustrie. Bereits 2020 könnte Indien nach den USA und China die drittgrößte Autonation der Welt sein. Dadurch eröffnen sich für das Land völlig neue Perspektiven: Neue Straßen verändern Indiens Infrastruktur von Grund auf, auch die sozialen Grundlagen haben sich dadurch in vielen Ballungszentren verschoben. Umso mehr ein Grund, das Land am Ganges im zweiten Teil der Dokumentation "Indien gibt Gas" zu bereisen. Ist Indien tatsächlich auf dem Weg zur neuen Supermacht?
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Satish und Janaki Sardar leben im Tiefland, den Sundarbans.
Während in den Städten eine konsumorientierte selbstbewusste Jugend heranwächst, scheinen auf dem Land die Uhren stehen geblieben zu sein. Megastädte wie Mumbai, Kalkutta oder Bangalore wachsen jährlich um fünf Prozent, aber trotz steigender Urbanisierung leben noch immer etwa 600 Millionen Menschen von der Landwirtschaft - das ist immerhin die Hälfte der Bevölkerung. Die meisten von ihnen profitieren keineswegs von Indiens wirtschaftlicher Entwicklung, im Gegenteil. Die Verzweiflung und Wut besonders der enteigneten Bauern führen oft zu Widerständen gegen die lokale Regierung.

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In Dharavi, einem Slum in Mumbai, geht es ums nackte Überleben.
Mit der Wirtschaft wächst auch die gesellschaftliche Ungleichheit. Und das wird nirgendwo deutlicher als in Mumbai. Mit 12,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt Indiens und eine der bevölkerungsreichsten Städte weltweit. Mumbai ist einerseits Finanz- und Wirtschaftszentrum und mit Bollywood weltgrößter Filmproduzent, es beheimatet aber auch den größten Slum der Welt, der vielen Westlern durch den Film "Slumdog Millionär" ein Begriff wurde. So zu leben wie Bollywood-Actionheld Imran Khan - in einem Luxusapartment mit Blick auf den Strand - können sich nur wenige leisten.

Diese Firma im Slum von Mumbai hat ganz klein angefangen und produziert jetzt über 10 Tonnen Knabbergebäck pro Woche. © ORF/BBCLupeLebensmittelfabrik in Dharavi
Anita Rani: "Ein Großteil der Menschen fühlt sich als Inder, ist stolz auf das Land und sehr patriotisch. "Einheit in Vielfalt" heißt das Motto seit der Unabhänigkeit und nach der Vielfalt muss man nicht lange suchen." © ORF/BBCLupeAnita Rani
Justin Rowlatt: "Für mich bleibt jedoch eine der ganz wesentlichen Fragen unbeantwortet: Wie wird Indien seine vielen Menschen zukünftig ernähren? Was passiert, wenn sich hunderte Millionen Menschen in der Wirtschaft als Unternehmer engagieren?" © ORF/BBCLupeJustin Rowlatt

Die BBC Journalisten Justin Rowlatt und Anita Rani werfen erneut einen Blick darauf, ob die riesige Nation tatsächlich bereit dafür ist, eine landesweite indische Kultur zu schaffen und ein Musterbeispiel dafür zu sein, dass es trotz seiner sozialen Ungerechtigkeiten, der chaotischen Infrastruktur und politischen Instabilität das Potential hat, zur größten Volkswirtschaft der Welt aufzusteigen.

Sendedaten
Samstag, 06. Oktober 2012
um 18.00 Uhr
Wiederholung:
Dienstag, 09. Oktober 2012
um 12.30 Uhr
Credits
Ein Film von Tom McCarthy und
Simon Phillips
Deutsche Bearbeitung
Alessandra Bachl, Cinevision 2012
Vergangene Sendungen
© ORF Vergangene Sendungen!
Buchtipps
Markus Ziegler
"Chancen der indischen Automobilindustrie im globalen Umfeld"
Verlag: Grin, 2011
ISBN-13: 978-3640797011

Chanthuru Vairavanathan
"Die Marktsituation in Indien für die deutsche Automobilindustrie"
Verlag: Grin, 2011
ISBN: 978-3640786350

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