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Dienstag, 20. April
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Im vergangenen Sommer haben die Agenturen Südeuropa besonders schlecht beurteilt. Griechenland und Portugal mussten die härtesten Schläge einstecken.
Die Macht der Ratings
aus der Reihe "über:morgen" - Das Zukunftsmagazin
Es sind nur ein paar Buchstaben - doch sie können ganze Volkswirtschaften in Bedrängnis bringen. Die Beurteilung durch Ratingagenturen beeinflusst maßgeblich unsere Wirtschaft und Politik. In der Dokumentation "Die Macht der Ratings" geben erstmalig "Rating-Insider", ehemalige Mitarbeiter, Einblick in die geheimen Analysemethoden der für Europa so bedrohlich gewordenen Bewertungsgesellschaften.
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Um eine Bank zu bewerten muss man gleichzeitig ein Rating ihrer Regierung erstellen.
Die drei amerikanischen Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch Ratings teilen sich 90 Prozent des Marktes. An ihren Analysen orientieren sich weltweit nicht nur Banken, sondern auch institutionelle Investoren oder Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB). Doch ihre Position als Bonitätswächter gelangt zunehmend unter Beschuss. Nach der zuletzt erfolgten deutlichen Herabstufung zahlreicher europäischer Banken, prüft mittlerweile auch die EU-Finanzmarktaufsicht ESMA die verwendeten Bewertungsmethoden. Sind diese wirklich fundiert und transparent? Und vor allem, sind die ausgegebenen Ratings objektiv? Oder basieren sie auf politischem Druck mit dem Ziel, Europas wirtschaftlichen Einfluss auf dem globalen Markt eindeutig zu schwächen?

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Das Betreiben einer Ratingagentur ist ein profitabeles Geschäft.
Enge Verflechtungen der Ratingagenturen mit den großen Banken der Wall Street, aber auch mit der amerikanischen Politik lassen solche Schlüsse zu. Insider gehen davon aus, dass die Vereinigten Staaten Europa ganz gezielt schwächen, um aus der momentanen Währungs- und Wirtschaftskrise gestärkt als Sieger hervorzugehen. Die Verteidigungsstrategie der Agenturen ist bewusst einfach gewählt: Sie äußern doch nur Meinungen. Es sei jedem Investor, jedem Unternehmer, jedem Land selbst überlassen, ob er diesen folge oder nicht.

Doch der Einfluss der Ratingagenturen steht außer Zweifel. Ist ihre Macht wirklich nicht zu brechen?

David Levey: "Wenn ein Rating einmal veröffentlicht ist, kann es nicht mehr so schnell geändert werden. Daher hat es auch keinen Sinn, sich zu beschweren." © ORF/VPROLupeDavid Levey, ehem. Abteilungsleiter Moody's
Jerome Fons: "Unser Rating zeichnet sich durch seine Einfachheit aus. Eine große Menge von Informationen wird in leicht verständlichen Symbolen zusammengefasst. Das erleichtert die Kommunikation auf den Kreditmärkten." © ORF/VPROLupeJerome Fons, ehem. Direktor Moody's
Die Europäische Union überlegt bereits Schritte die Macht der Ratingagenturen nachhaltig einzuschränken.  © ORF/VPROLupeRating ist ein fixer Teil des Finanzsystems

Sendedaten
Samstag, 22. September 2012
um 18.00 Uhr
Wiederholung:
Dienstag, 25. September 2012
um 12.30 Uhr
Credits
Ein Film von Martijn Kieft
Deutsche Bearbeitung
Alessandra Bachl, Cinevision 2012
Vergangene Sendungen
© ORF Vergangene Sendungen!
Buchtipps
Werner Rügemer
"Rating-Agenturen: Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart"
Verlag: Transcript, 2012
ISBN: 978-3837619775

Christoph Prager
"Ratingagenturen: Funktionsweisen eines neuen politischen Herrschaftsinstruments"
Verlag: Mandelbaum, 2012
ISBN: 978-3854766100

Stefanie Hiß, Sebastian Nagel
"Ratingagenturen zwischen Krise und Regulierung"
Verlag: Nomos, 2012
ISBN: 978-3832969035

Andreas Buschmeier
"Ratingagenturen: Wettbewerb und Transparenz auf dem Ratingmarkt"
Verlag: Gabler, 2012
ISBN: 978-3834930361

David Graeber
"Schulden: Die ersten 5000 Jahre"
Verlag: Klett-Cotta, 2012
ISBN: 978-3608947670
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