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Die kleine Rammsonde (rechts vorne) soll sich Schritt für Schritt in die Tiefe vorarbeiten.
Maulwurf am Start
Sonde soll fünf Meter tief in die Planetenoberfläche bohren
Der Nasa-Lander "InSight" hat einen "Maulwurf" mit auf den Mars gebracht: er besteht aus einem Hammer, mechanischen Federn und einem Elektromotor.
© NASA/JPL_Caltech HP3 ist abgesetzt und einsatzbereit.
HP3 ist abgesetzt und einsatzbereit.
Er soll ganz tief in den Mars hineinschauen. Der "Marsmaulwurf", wie ihn die Forscher liebevoll nennen, trägt den offiziellen Namen HP3 ("Heat Flow and Physical Properties Package"). Entwickelt wurde das Forschungsinstrument vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). HP3 befand sich an Bord des Landers "InSight" ("Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport"), den die US-Raumfahrtbehörde Nasa im Mai auf eine 485 Millionen Kilometer lange Reise zum Mars geschickt hatte.

Gut zweieinhalb Monate nach der spektakulären Marslandung der Nasa-Forschungsplattform "InSight" setzte deren robotischer Arm die deutsche Rammsonde auf dem Roten Planeten aus.In den kommenden Wochen soll sich der ferngesteuerte DLR-Marsmaulwurf HP3 automatisch fünf Meter tief in den Marsboden hämmern und in unterschiedlichen Tiefen die Temperatur und die Wärmeleitfähigkeit messen. Dazu soll sich die Sonde in kleinen Schritten in die Tiefe vorarbeiten. Sie nutzt dabei einen vollautomatischen, elektrisch angetriebenen Hammerschlagmechanismus und zieht ein mit Messsensorik ausgestattetes Flachkabel hinter sich in den Marsboden.HP3 steht nun laut DLR stabil rund eineinhalb Meter von der Muttersonde entfernt - senkrecht auf flachem Grund. Nun hoffen die Forscher, dass dem Maulwurf "kein größerer Stein auf seinem Weg in den Untergrund in die Quere kommt", betonte der leitende Wissenschaftler des HP3-Experiments, Tilman Spohn vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin.

Was soll die InSight-Mission erreichen?
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Die Raumsonde Insight ist im Mai 2018 gestartet.
InSight (Abkürzung für "Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport") soll unter anderem den Wärmefluss des Planeten untersuchen und Erdbeben messen. Die Nasa-Forscher versprechen sich von der Mission, an der auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt ist, nicht nur neue Erkenntnisse über den Mars, sondern auch über die Entstehung der Erde.

"Die InSight Mission erfüllt einen lang gehegten Wunsch der Planetenforscher: ein geophysikalisches Observatorium auf einem erdähnlichen Planeten", erklärte Tilman Spohn. "Der Mars ist als Ziel ideal: er ist gut zu erreichen und ein ideales Vergleichsobjekt zur Erde."

Anders als beispielsweise der Rover "Curiosity" kann InSight nicht rollen, sondern bleibt stationär an einem Ort und soll mit wissenschaftlichen Instrumenten die "Vitalfunktionen" des Planeten vermessen. Die rund 650 Millionen Euro teure Mission, die erste von der Westküste der USA aus zu einem anderen Planeten, ist auf zwei Jahre angelegt. Wegen eines undichten Forschungsinstruments musste die Nasa den Start schon einmal um zwei Jahre verschieben.

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