Grafik Teleskop Tess © dpa
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In etwa zwei Monaten soll Tess arbeitsbereit in Position sein.
"Tess" übernimmt
Die Suche nach Exoplaneten geht weiter
Das Weltraumteleskop "Kepler" wird auf der Suche nach Exoplaneten von "Tess" abgelöst.
Wenige Monate geben die Experten der US-Raumfahrtbehörde Nasa dem Weltraumteleskop "Kepler" noch, dann ist wohl endgültig der Tank leer. Rund neun Jahre hat der nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler (1571 - 1630) benannte Planetenjäger bereits im All verbracht, dabei Hinweise auf tausende mögliche Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gefunden und Wissenschaftler weltweit begeistert.

Daten sammeln, Sterne beobachten, Planeten finden
© dpa Eine Falcon 9-Rakete bringt Tess ins All.
Eine Falcon 9-Rakete bringt Tess ins All.
Damit die Suche nach Exoplaneten weitergehen kann, hat die Nasa jetzt einen Nachfolger ins All geschickt: Das Weltraumteleskop Tess ist zur Planetensuche ins All gestartet. Tess (Transiting Exoplanet Survey Satellite) habe in der Nacht vom 18. auf den 19. April erfolgreich an Bord einer "Falcon 9"-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. "Wir sind begeistert, dass Tess jetzt auf dem Weg ist, uns dabei zu helfen, Welten zu entdecken, die wir uns jetzt noch gar nicht vorstellen können - Welten, die möglicherweise bewohnbar sind oder Leben in sich haben", sagte Nasa-Manager Thomas Zurbuchen. Es ist das erste Mal, dass die Nasa die Dienste der privaten Raumfahrtfirma SpaceX für eine wissenschaftliche Mission in Anspruch nimmt. Bislang hatte SpaceX in erster Linie mit seinem "Dragon"-Frachter im Auftrag der Nasa Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS geschickt.

© ap Tess ermöglicht für die nächsten zwei Jahre den Blick in die Sterne.
Tess ermöglicht für die nächsten zwei Jahre den Blick in die Sterne.
Die rund 200 Millionen Dollar teure Tess-Mission ist erstmal auf etwa zwei Jahre angelegt. Das Teleskop ist ungefähr so groß wie ein Kühlschrank und hat vier Kameras. "In der Falcon 9-Rakete sieht es aus wie ein Spielzeug", sagt Missionschef George Ricker. Nach dem Start soll es noch rund zwei Monate dauern, bis Tess in der geplanten Umlaufbahn ist und mit dem Sammeln von Daten beginnen kann. Wie Kepler soll auch Tess das Licht bestimmter Sterne beobachten. Wenn es kurz nachlässt, könnte das bedeuten, dass ein Planet vorbeigezogen ist. Tess könnte sowohl kleine steinige Planeten als auch riesige Himmelskörper finden - und soll insgesamt ein deutlich größeres Gebiet abdecken als Kepler. "Tess wird uns viel Spaß bringen", sagt Ricker. "Es gibt 20 Millionen Sterne, die wir uns anschauen können. Er freue sich darauf, endlich Daten zu sehen. "Die Ziele, die Tess findet, werden fantastische Objekte zur wissenschaftlichen Erforschung für die kommenden Jahrzehnte sein", sagte Nasa-Wissenschaftler Stephen Rinehart. "Es ist der Beginn einer neuen Ära für die Exoplaneten-Forschung."

Inzwischen ist eine ganze Flotte auf Planetenjagd
Die bereits vor Jahrzehnten gestarteten Nasa-Teleskope "Spitzer" und "Hubble" sind immer noch im Weltall unterwegs, auch wenn ihre Daten nur eingeschränkt brauchbar sind. Außerdem will die Europäische Raumfahrtagentur Esa ihren Satelliten "Cheops", der ebenfalls nach Exoplaneten suchen soll, noch in diesem Jahr auf den Weg zum Start bringen. Nur der Star der Flotte schwächelt: Den eigentlich schon für dieses Jahr geplanten Start des "James Webb"-Teleskops hat die Nasa gerade auf "frühestens Mai 2020" verschoben, da noch weitere Tests notwendig geworden seien. Das "James Webb"-Weltraumteleskop, benannt nach dem zweiten Nasa-Geschäftsführer, soll 1,5 Millionen Kilometer weit ins All fliegen und unter anderem mit Hilfe eines 25 Quadratmeter großen Spiegels neue Bilder aus dem frühen Universums liefern.

Kosmische Fundstücke
Leben jenseits der Erde
Astronomen haben bereits mehr als 3500 Exoplaneten entdeckt. Das sind aber längst nicht alle: Es gibt Billionen von ihnen, die noch auf ihre Entdeckung warten.
"Hubble"-Teleskop
Atemberaubend genau
Ganz weit draußen: In sechs Milliarden Lichtjahren Entfernung hat das Hubble-Teleskop neue, faszinierend scharfe Bilder vom Galaxienhaufen Abell 370 gemacht.