Sentinel Grafik
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Sentinel-5P liefert genaue Daten über die Luftverschmutzung auf der Erde.
Große Genauigkeit
Umweltsatellit Sentinel-5P liefert Daten zur Luftverschmutzung
Abgase, Vulkanwolken, Ozon - der Umweltsatellit Sentinel-5P liefert besonders genaue Daten über die Luftqualität und damit Erkenntnisse zu den Folgen des Klimawandels.
Sentinel heißt "Wächter".
Sentinel heißt "Wächter".
Der europäische Umweltsatellit Sentinel-5P hat nach seinem Start vor gut eineinhalb Monaten erste Bilder von bisher unerreichter Genauigkeit zur Luftverschmutzung auf der Erde geliefert. Es sei eine neue Dimension in der Daten-Qualität, sagte Josef Aschbacher, Direktor der Erdbeobachtungsprogramme der Europäische Weltraumorganisation (Esa). An dem Projekt ist neben dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Esa auch die Europäische Kommission beteiligt.

Messungen der Vulkangasfahne des Agung auf Bali.
Messungen der Vulkangasfahne des Agung auf Bali.
Die Karten über die Verteilung von Spurengasen sollen erlauben, die Luftqualität präzise vorherzusagen und zu überwachen. Damit soll auch die Auswirkung des Klimawandels auf untere Luftschichten erforscht werden. Möglich wird das über ein neuartiges Spektrometer. "Die Messungen haben teils eine hundert Mal bessere Auflösung als alle vorherigen Satelliten", sagte der wissenschaftliche Leiter des Projekts beim DLR, Diego Loyola. "Das ist wichtig für Anwendungen, die mit Luftqualität zu tun haben. Man kann sehr präzise sagen, von wo die Verschmutzungen herkommen." Die Forscher können unter anderem sehen, ob an bestimmten Orten besonders viel des speziell von Dieselmotoren ausgestoßenen Stickstoffdioxids vorhanden ist - und wo der Wind die Abgase hinträgt. Erste Bilder zeigten hier eine hohe Konzentration etwa über New York und Mexiko-Stadt. Zu sehen waren auch die dichte Ozonschicht über der Antarktis und die hohe Kohlenmonoxid-Konzentration über Städten, aber auch über Gebieten in Afrika, in denen Feuer wüten.

Jede Menge Daten für jedermann einsehbar
Schwefeldioxid (SO2) spielt nicht nur über Großstädten eine Rolle, sondern auch über Vulkanen. "Bei manchen Vulkanen, die nicht so aktiv sind, wird eine geringe Menge von SO2 ausgestoßen. Es wird dann immer mehr bis zum Ausbruch", sagte Loyola. Gleicht man dies mit Wetter- und Winddaten, können Prognosen für den Luftverkehr getroffen und dieser gezielter umgelenkt werden. Auch von dem Vulkan Agung auf Bali lieferte Sentinel-5P bereits Daten.

Sentinel-5P war am 13. Oktober 2017 an Bord einer russischen Trägerrakete abgehoben und auf einer polaren Umlaufbahn in 824 Kilometern Höhe ausgesetzt worden. Es sei früher nicht vorstellbar gewesen, dass Luftverschmutzung aus 800 Kilometern Höhe beobachtet werden könnte, hieß es. Sentinel-5P zählt zum Copernicus-Programm. Die Satelliten sollen Erdoberfläche, Temperatur, Atmosphäre und Wetter beobachten und Veränderungen dokumentieren. Das Programm wird aus dem EU-Budget und von der Esa finanziert. Die von den Satelliten erfassten Daten sind kostenfrei einsehbar.

Link
"Sentinel-App"
Informationen der Esa zur Sentinel-App.
Wächter im All
Im Orbit
Er ist im Orbit: Der europäische Satellit "Sentinel 5P" wird in Zukunft aus dem Weltall heraus die Zusammensetzung der Erdatmosphäre beobachten.