ESA-Astronaut Dr. Alexander Gerst © dpa
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ESA-Astronaut Dr. Alexander Gerst wird von Juni bis Oktober 2018 auf der ISS sein.
Zu neuen Horizonten
ESA-Astronaut Alexander Gerst wird sechs Monate auf der ISS verbringen
Von müden Muskeln im Weltraum bis zum Gesundheitscheck ohne Kabelsalat - Alexander Gerst wird auf seiner zweiten ISS-Mission an vielen Experimenten teilnehmen.
Alexander Gerst im Gespräch mit nano
Von Astronauten und Bäumen
Von Astronauten und Bäumen
Letztes Training vor dem Start
Letztes Training vor dem Start

Der deutsche ESA-Astronaut ist am 6. Juni 2018 mit einer "Sojus"-Rakete zur Internationalen Raumstation ISS abgehoben. Seine zweite ISS-Langzeitmission stellt "Astro-Alex" unter das Motto "Horizons" (Horizonte). 187 Tage wird Gerst auf der ISS leben und erneut an zahlreichen Experimenten beteiligt sein. Eine Auswahl, basierend auf Angaben des Deutschen Raumfahrtzentrums (DLR):

"Myotones": Müde Muskeln im All
"Myotones" ist eines der medizinischen Experimente, an denen Gerst teilnehmen wird. Wissenschaftler der Berliner Charité und der Universität von Southampton wollen damit die biomechanischen Eigenschaften des ruhenden menschlichen Muskels untersuchen. Die Ergebnisse sollen für die Raumfahrt genutzt werden und künftig auch in die Rehabilitation nach Knochenbrüchen einfließen.

"Metabolicspace": Kabelsalat Ade
Beim Experiment "Metabolicspace" des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Dresden handelt es sich um ein am Körper tragbares Analysesystem für Körper- und Stoffwechselfunktionen. Es soll die Überwachung und Auswertung des Astronautentrainings auf der ISS in Zukunft deutlich erleichtern und verbessern. Im Gegensatz zu bisherigen Messsystemen kommt Metabolicspace ohne hinderlichen Kabelsalat aus - es handelt sich um einen Gurt.

"Spacetex 2": Schöner schwitzen
Den Komfort von Astronauten während des Trainings verbessern soll das Experiment "Spacetex 2". Dabei handelt es sich um eine speziell für die ISS hergestellte Funktionskleidung, die von einem Forschungsverbund aus den Hohenstein-Instituten, der Charité Berlin und dem DLR entwickelt wurde. Die neuen Hightech-Textilien sollen den Wärmeaustausch optimieren.

"Terra X" begleitet die Mission von Gerst und seiner Mannschaft für die Doku-Reihe "Erde-Mond-Mars". © dpa "Terra X" begleitet die Mission von Gerst und seiner Mannschaft für die Doku-Reihe "Erde-Mond-Mars".
Mehr zu Alexander Gerst und seinen Aktivitäten in den sozialen Netzwerken gibt es bei der ESA.  © dpa Mehr zu Alexander Gerst und seinen Aktivitäten in den sozialen Netzwerken gibt es bei der ESA.

"Asim": Gewitterstürmen auf der Spur
Beim Experiment "Asim" der europäischen Weitraumagentur ESA geht es um Gewitterstürme in der oberen Erdatmosphäre, die seit vielen Jahren von Wissenschaftlern beobachtet werden. "Asim" soll auf die untere Außenplattform des europäischen Columbus-Labors an der ISS montiert werden und von dort mindestens zwei Jahre lang die Wechselwirkung zwischen Gammastrahlung, Blitzen und Entladungen in der Hochatmosphäre beobachten.

"EML": Neue Kamera für heißen Ofen
Den Elektromagnetischen Levitator (EML) installierte Gerst bereits am Ende seiner "Blue Dot"-Mission 2014 auf der Raumstation. Im Zuge der Mission "Horizons" soll der Hightech-Schmelzofen nun eine Highspeed-Kamera erhalten. Mit dem EML werden materialwissenschaftliche Fragen untersucht. Die entsprechenden Daten sind wichtig für die Optimierung von industriellen Gießprozessen - von Motorgehäusen bis hin zu neuartigen Flugzeugturbinenschaufeln.

"CAL": Minilabor für große Kälte
Im Mai soll die Nasa-Forschungsapparatur CAL ("Cold Atoms Lab") auf der ISS eintreffen - ein Minilabor zur Erforschung ultrakalter Atome, bei der deutsche und US-Wissenschaftler auf der Raumstation zusammenarbeiten werden. Im CAL werden Atomwolken fast auf den absoluten Temperaturnullpunkt von -273,15 Grad Celsius herabgekühlt. Sie können unter anderem beim Messen von Gravitationswellen und beim Entwickeln von Quantencomputern bedeutsam sein.

"Zeitkapsel": Wünsche von Schülern
Auch mit einer Zeitkapsel wird sich Gerst auf der ISS befassen. Mit wissenschaftlichen Experimenten hat die Aluminiumkugel aber nichts zu tun: Sie enthält auf einem Datenträger gespeicherte Zukunftsvorstellungen von Schülern. Gerst wird die Zeitkapsel auf der ISS versiegeln und nach seiner Rückkehr dem Bonner "Haus der Geschichte" übergeben. Das zeitgeschichtliche Museum soll sie dann 50 Jahre lang verschlossen aufbewahren.

Glossar
ISS - Die Erde im All
Die Internationale Weltraumstation (ISS) ist laut US-Raumfahrtbehörde Nasa "das komplexeste wissenschaftliche und technische Unternehmen aller Zeiten".