Grafik ExoMars
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Teures Prestigeprojekt: ExoMars - die Suche nach Leben auf dem Mars.
Zukunft der Raumfahrt
Europas Minister entscheiden über Finanzierung künftiger Programme
Europa beteiligt sich vier weitere Jahre an der Nutzung der Internationalen Raumstation ISS. Grünes Licht gab es auch für die zweite Phase der prestigeträchtigen ExoMars-Mission.
Für die ISS wurden rund 960 Millionen Euro zugesagt. Die Hauptgeldgeber Russland und USA hatten ihr Engagement bis 2024 bereits früher zugesagt. Auch die Mission ExoMars, für die wegen einer Verzögerung knapp 440 Millionen Euro zusätzlich gebraucht wurden, soll weitergehen. Insgesamt stellten die Staaten der Esa 10,3 Milliarden Euro für Raumfahrtprogramme in den kommenden Jahren bereit. Die Agentur hatte Wünsche im Wert von rund 11 Milliarden Euro angemeldet.

Deutschland hatte vor Beginn des Treffens die Bedeutung der Raumfahrt als Motor für die Wirtschaft hervorgehoben: "Wir wollen neue Märkte für die Raumfahrt erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Raumfahrtindustrie sicherstellen", erklärte die Luft- und Raumfahrtkoordinatorin der Bundesregierung, Brigitte Zypries (SPD). Deshalb investiere Deutschland vor allem in Raumfahrtanwendungen, die private Geschäftsmodelle möglich machen. Die stärkere Einbindung der Wirtschaft ist auch ein erklärtes Ziel von Esa-Chef Wörner.

Vertreter der 22 Esa-Mitgliedstaaten sprachen auch über die Zukunft des europäisch-russischen Prestigeprojekts ExoMars. Weil sich die zweite Phase der Mission, bei der ein Roboter auf dem Roten Planeten landen soll, um zwei Jahre verschoben hatte, klaffte ein Loch im Etat. Ohne Zuschüsse hätte das Projekt auf der Kippe gestanden. Der Esa-Ministerrat ist das höchste Entscheidungsgremium der Raumfahrtagentur, er tagt alle zwei bis drei Jahre. Bei den Beratungen legen die teilnehmenden Länder dar, wie viel Geld sie für einzelne Programme bereitstellen wollen.

Wichtige europäische Raumfahrtprojekte und die Kosten
Erkundung (1,6 Milliarden Euro bis 2021) Hierunter fällt etwa die Suche nach Leben auf dem Mars mit der europäisch-russischen Mission ExoMars, aber auch die Zukunft der ISS. Für die Raumstation allein sind etwa 800 Millionen Euro angedacht.
Forschung und Entwicklung (3,9 Milliarden Euro bis 2021) Der Kernbereich der Esa. Hierunter fällt etwa das Weltraumteleskop Cheops, das 2018 ins All starten soll, oder die Raumsonde Solar Orbiter, die Sonnenwinde messen soll.
Telekommunikation (1,2 Milliarden Euro bis 2024) Satellitenkommunikation gewinnt für die Wirtschaft immer größere Bedeutung. Die Esa hilft etwa bei der Entwicklung neuer Satelliten-Technik.
Trägerraketen (1,7 Milliarden Euro bis 2023) Hier geht es um Europas Zugang ins All: Die Esa unterstützt den Betrieb der Ariane 5. Außerdem muss der Betrieb des Weltraumbahnhofs in Französich-Guyana finanziert werden.
Weltraum-Verkehrsmanagement (400 Millionen Euro bis 2022) Weltraumschrott ist ein Problem für die Raumfahrt - die Esa will nach Lösungen suchen. Außerdem will die Raumfahrtagentur an Techniken forschen, um einen drohenden Asteroiden-Anschlag abzuwenden.
Was in der Projektliste fehlt: Ein Dorf auf dem Mond Es ist wohl der aufsehenerregendste Vorstoß seit dem Amtsantritt von Esa-Chef Jan Wörner. Er wirbt dafür, langfristig als Nachfolger der ISS ein "Moon Village" zu schaffen - eine permanente Basis auf dem Erdtrabanten, in der verschiedene Raumfahrtakteure von staatlichen Agenturen bis hin zu Privatunternehmen mit ihren Projekten zusammenarbeiten. Deshalb taucht die Idee auch nicht im Esa-Budget auf - das Dorf ist nicht als klassisches Programm gedacht.

Mission ExoMars
Die Suche nach Leben im All
Wissenschaftler der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) haben Überreste der gescheiterten Marssonde "Schiaparelli" entdeckt.
Glossar
ISS - Die Erde im All
Die Internationale Weltraumstation (ISS) ist laut US-Raumfahrtbehörde Nasa "das komplexeste wissenschaftliche und technische Unternehmen aller Zeiten".
Pläne für die Raumfahrt
Europa will hoch hinaus
Die neue Ariane-6-Rakete, wieder ein deutscher Astronaut für die ISS, Pläne für eine Mondsiedlung - die Europäische Weltraumagentur (Esa) hat ein vollgepacktes Programm.