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Gruppenfoto: Eine von ihnen soll die erste Deutsche im All werden.
Wer wird die erste deutsche Astronautin?
"Der zwölfte deutsche Mensch im All sollte eine Frau sein"
Bei der Suche nach der ersten deutschen Astronautin haben es sechs Wissenschaftlerinnen in die Endrunde einer privaten Initiative geschafft.
Sie setzten sich im medizinisch-psychologischen Auswahlverfahren des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) gegenüber 80 anderen qualifizierten Bewerberinnen durch, teilte die Initiative "Die Astronautin" mit. Ziel ist es, neben der traditionellen Astronauten-Ausbildung über die Europäische Weltraumorganisation (ESA) privat die erste deutsche Frau für einen Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS zu trainieren. Die Finanzierung ist allerdings noch nicht gesichert. Unter den sechs Siegerinnen der Endrunde sind unter anderem Ingenieurinnen und eine Kampfpilotin. Zwei von ihnen sollen später zur Astronautin ausgebildet werden, eine soll ins All fliegen.

Das Weltall soll keine Männerdomäne bleiben
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Frauen kommen eher selten ins All - das soll sich ändern.
Die privat finanzierte Kampagne "Astronautin" hatte das Unternehmen "HE Space" gestartet - ein Personaldienstleister für Luft- und Raumfahrtspezialisten mit einer in Expertenkreisen prominenten Chefin Claudia Kessler an der Spitze. "Der zwölfte deutsche Mensch sollte ein Frau sein", sagt Kessler. Ihr Unternehmen ist eine Art Zeitarbeitsfirma, die auch die Europäische Weltraumorganisation (Esa) mit Ingenieuren versorgt. Die Esa wählt aus, wer sich für die Missionen eignet.

"Es kommt auf die Fähigkeiten an, nicht das Geschlecht"
Seit 1988 gibt es gemischte Esa-Teams aus Männern und Frauen. Von 1999 an sei der Anteil von 15 Prozent an weiblichen Bewerbern und Astronautinnen gleich geblieben, erklärt der ehemalige belgische Raumfahrer Frank De Winne. Frauenquote allein des Männerüberschusses wegen? Ausgeschlossen: "Wir haben ein faires Auswahlverfahren und achten nicht darauf, welchem Geschlecht die Bewerber angehören, sondern wer die besten Fähigkeiten mitbringt", sagt De Winne. Der Ex-ISS-Kommandant ist überzeugt: Bei den strengen Tests hätten Frauen die gleichen Chancen wie Männer. Zuletzt stellte die Italienerin Samantha Cristoforetti den Langzeitrekord für Frauen mit fast 200 Tagen im Weltraum auf.

Das private Auswahlverfahren sei nicht weniger anspruchsvoll als das reguläre: Die Aspirantinnen müssen ein naturwissenschaftliches oder medizinisches Studium sowie drei Jahre Berufserfahrung vorweisen und werden bei psychologischen und medizinischen Prüfungen auf Herz und Hirn gecheckt. Auch Sportlichkeit, eine gewisse Abenteuerlust und besondere Hobbys seien gefragt. Hoch im Kurs: Klettern, Höhlenwandern oder ein Pilotenschein, sagt Kessler.

2020 soll es so weit sein: mit Crowdfunding und Spenden ins All
Beworben hatten sich mehr als 400 Frauen. 90 kamen in die eine Auswahl und wurden beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) psychisch und medizinisch getestet. Bis März 2017 soll eine Kandidatin feststehen, die sich im russischen Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum zur Astronautin ausbilden lässt. Sie soll bis 2020 in den Weltraum gebracht werden. Die ganze Prozedur ist teuer: Kessler rechnet mit Kosten von mehreren Dutzend Millionen Euro. Das Geld soll durch Crowdfunding und Spenden zusammenkommen.

Dabei mangele es den Weltraum-Anwärterinnen nicht an fehlender Kompetenz, meint Kessler. Zum internationalen Verein "Women in Aerospace" (Frauen in der Raumfahrt) zählen ihr zufolge allein 500 Frauen, knapp 30 Prozent stammen aus Deutschland.

Für mehrere Millionen Lust machen auf die Naturwissenschaften
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) steht hinter Kesslers Vorhaben. Gerade in naturwissenschaftlichen Fächern würde Nachwuchs dringend benötigt, vor allem weiblicher, erklärt DLR-Chefin Pascale Ehrenfreund. Eine solche Idee könne nicht nur die Raumfahrt beliebter machen, sondern auch jungen Frauen Lust auf ein naturwissenschaftliches Studium.

Die Mission mit der ersten deutschen Astronautin würde auch medizinischen Zwecken zugutekommen: So sollen dabei die Besonderheiten des weiblichen Körpers in der Schwerelosigkeit untersucht werden. "Bislang liegen zu wenig Untersuchungen zur Physiologie von weiblichen Astronautinnen vor", sagt Hanns-Christian Gunga, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Physiologie der Charité Berlin und Leiter dieser wissenschaftlichen Tests. Die Mission solle auch dazu beitragen herauszufinden, wie das Herz-Kreislaufsystem, die Muskulatur oder die Körpertemperatur von Frauen auf die Bedingungen im All reagieren.

Gespräch
VideoZum Thema sprachen wir am 25. Oktober 2016 mit Christiane Heinicke, die Besatzungsmitglied der einjährigen HI-SEAS-Marsmission auf Hawaii war und unter den ausgewählten Bewerberinnen für das Astronautinnen-Programm ist.
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