Schiaparelli © Nasa, JPL-Caltech, MSSS, Arizona State University
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Bilder von Nasa und Esa zeigen die Überreste der explodierten Sonde.
Ein paar Flecken blieben von "Schiaparelli"
Esa-Wissenschaftler finden Überreste der Marssonde
Wissenschaftler der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) haben Überreste der gescheiterten Marssonde "Schiaparelli" entdeckt.
Vorher © Nasa, JPL-Caltech, MSSS Vorher
Der helle Fleck ist der Fallschirm der Marssonde. Der dunkle Fleck ist der hintere Schild der Sonde. © Nasa, JPL-Caltech, MSSS Nachher

Die Sonde Schiaparelli war beim Aufprall auf dem Mars nach Analysen der Europäischen Raumfahrtagentur Esa explodiert. Demnach verlief die Landung nur etwa bis zum Einschalten der Triebwerke wenige Sekunden vor dem Aufsetzen nach Plan.

Vorher sendete die Sonde aber Daten zur Erde. "Wir haben die Daten, wir haben Testergebnisse - ich bin sehr froh", sagt Esa-Chef Jan Wörner. Der Satellit "Trace Gas Orbiter" (TGO) hat wie erwartet Signale gesendet und zieht wie geplant seine Bahnen um den Roten Planeten und soll nach Hinweisen auf Leben suchen. Trotz des Absturzes rechnen russische Raumfahrtexperten mit einer Fortsetzung der europäisch-russischen Forschungsmission ExoMars. "Da das Projekt bereits läuft, denke ich, dass die Spezialisten es fortsetzen, aber ihre Arbeiten an bestimmten Phasen der Landung verstärken werden", sagte Iwan Moissejew vom Institut für Raumfahrtpolitik in Moskau. Es hätte die erste gemeinsame Landung der Esa und ihres russischen Partners Roskosmos auf dem Wüstenplaneten werden sollen. Mit dem Milliardenprojekt ExoMars suchen Europa und Russland nach Spuren von Leben. 2020 wollen sie einen Rover zum Roten Planeten schicken.

Fragen & Antworten rund um die Mission
Im Interview: Esa-Chef Jan Wörner
Im Interview: Esa-Chef Jan Wörner
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Mission. © dpa Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Mission.

Das ExoMars-Projekt
Faszination Mars © dpa
Faszination Mars
Die Mission ExoMars ist eine Herausforderung
Die Mission ExoMars ist eine Herausforderung
Ausblick - ExoMars 2020
Ausblick - ExoMars 2020

Bei der Esoc in Darmstadt
Bei der Esoc in Darmstadt
Die Suche nach Leben
Die Suche nach Leben
Leben unter "Marsbedingungen"
Leben unter "Marsbedingungen"

Problem Kontamination
Problem Kontamination
Unser Mann fürs All: Alexander Gerst
Unser Mann fürs All: Alexander Gerst
Menschen auf dem Mars
Menschen auf dem Mars

Die Stationen der Mission

Hohe Erwartungen an den "Testlauf"
© Esa
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Nächster Halt: Roter Planet.
Auf dem Roten Planeten sollte das Testlandemodul mehrere Tage lang Techniken erproben, um die spätere Landung eines Rovers zur Erforschung der Planetenoberfläche vorzubereiten. Diesen Rover soll die zweite ExoMars-Mission zum Mars bringen, deren Start 2020 geplant ist. Nach den USA wäre dann auch Europa mit einem Rover auf dem Mars vertreten. Zunächst soll ExoMars 2016 mit "Schiaparelli" und dem Mars-Orbiter TGO die jüngsten Erfolge der Esa fortsetzen. Nachdem TGO in den Mars-Orbit eingetreten ist, wollen die Wissenschaftler sie auf eine kreisförmige Umlaufbahn um unseren Nachbarplaneten bringen.

Dies wird komplexe Bremsmanöver erfordern und daher ein ganzes Jahr dauern - erst Ende 2017 nimmt die Sonde ihre Wissenschaftsmission auf. Die Atmosphärensonde soll die Gase in der Marsatmosphäre untersuchen. Dabei geht es den Wissenschaftlern besonders um Spurengase wie Methangas. Hinweise auf geringe Mengen dieses Gases sammelte bereits die 2003 gestartete europäische Sonde "Mars Express". Die Forscher wollen nun wissen, woher dieses Spurengas stammt. Denn eine mögliche Quelle könnten biologische Organismen sein - aber auch Vulkanismus. Um die Herkunft des Gases zu klären, soll die TGO-Sonde während ihrer mehrjährigen Wissenschaftsmission die geografische und jahreszeitliche Abhängigkeit der Methan-Konzentration messen.

Erforschung des Inneren des Mars
Zudem befindet sich ein Neutronendetektor auf dem TGO. Damit wollen die Forscher eine Karte von Eis unter der Marsoberfläche in einer Tiefe von bis zu einem Meter erstellen. Überdies soll der geplante ExoMars-Rover über den TGO den Kontakt zur Erde halten. Auch für Projekte anderer Raumfahrtagenturen könne der Satellit bei Bedarf für die Kommunikation genutzt werden, heißt es bei der Esa.

Außerdem hat die Vorstellung von Leben auf dem Mars die Menschheit seit jeher fasziniert: Kein anderer Planet des Sonnensystems war so oft Ziel von Raumfahrtmissionen wie unser kleinerer Nachbarplanet. Sie alle sollen letztlich das alte Rätsel lösen, ob die heute unwirtliche Mars-Oberfläche früher Raum für mikrobielles Leben bot und ob es tiefer im inneren des Mars vielleicht sogar bis heute existiert. Eine solche Entdeckung wäre eine wissenschaftliche Sensation.

Glossar
Mars
Der Mars hat die menschliche Fantasie stets beflügelt. Wegen der starken Helligkeitsunterschiede, die an aufflackerndes Feuer erinnern, und seiner roten Farbe benannten die Römer ihn nach ihrem Kriegsgott.
Schwierige Reise zum Mars
Herausforderung Marsmission
Um den Mars zu besuchen, hat die Menschheit Dutzende Versuche gestartet. Doch nur wenige waren erfolgreich.
Science in der Fiction
Der Marsianer
Der Berliner Planetengeologe Ulrich Köhler konnte im Film "Der Marsianer" die Oberfläche des Roten Planeten "geografisch und geologisch nachvollziehen".
Bilder vom Mars
"Wie im Nationalpark"
Der Marsrover "Curiosity" hat Nasa-Wissenschaftler mit gestochen scharfen Farbbildern von Gesteinsformationen auf dem Roten Planeten begeistert.
nano spezial
© dpaVideoExoMars
Europas Suche nach Leben auf dem Mars vom19. Oktober 2016
Esa
Wichtige Informationen, Videos und News zur ExoMars auf den Seiten der Esa
Mediathek
VideoWohnen auf dem Mars
In Spanien testen Wissenschaftler einen Wohncontainer für eine zukünftige Mars-Mission.