Galaxienhaufen Abell 370  © ESA Hubble
BildergalerieBildergalerie
Hinter Abell 370 geht es weiter, das zeigen die Spiegelungen der großen gekrümmten Lichtobjekte.
Atemberaubend genau
"Hubble" liefert detailreiche Bilder vom Galaxien-Cluster "Abell 370"
Ganz weit draußen: In sechs Milliarden Lichtjahren Entfernung hat das Hubble-Teleskop neue, faszinierend scharfe Bilder vom Galaxienhaufen Abell 370 gemacht.
Die Erkundung von Abell 370 ist Teil des "Frontier Fields Programme", dessen Ziel es ist, Erkenntnisse in den äußersten erreichbaren Regionen des Alls zu sammeln. Durch die Erforschung solcher massiver Galaxie-Cluster will man den Mysterien der Dunklen Materie und der Entstehung des frühen Universums auf die Spur kommen. Bekannt wurde Abell 370 bereits in den 80er Jahren durch seinen Gravitationslinseneffekt.

Hubble brachte schon viele Erkenntnisse
© dpa
BeitragBeitrag
Über 25 Jahre liefert Hubble schon Bilder aus dem All.
"Hubble hat den Blick der Menschen auf das All und auf unseren Platz im Universum nachhaltig verändert", sagt die US-Astronomin Jennifer Wiseman. Ohne den störenden Einfluss der Erdatmosphäre konnte das Omnibus-große Weltraumteleskop viele Beobachtungen machen, die so vom Erdboden aus nicht möglich gewesen wären. "Natürlich hat die Astronomie insgesamt Fortschritte gemacht, und es gibt auch viele Dinge, die wir mit erdgebundenen Teleskopen, aber nicht mit Hubble untersuchen können", sagt Lars Lindberg Christensen von der Europäischen Südsternwarte (Eso), zu der das europäische Hubble-Informationszentrum gehört. "Aber es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Hubble unser Wissen über das Universum umgekrempelt hat."

Der Affenkopfnebel NGC 2174 © dpa
Kollidierende Galaxien © dpa

Die Bilder des Weltraumteleskops sind längst Teil des Alltags geworden, wie die Nasa betont. "Über die Jahre ist Hubble ein tief verwurzelter Teil der Popkultur geworden", pflichtet auch Christensen bei. Die oft bunt gefärbten und ästhetischen Aufnahmen des Teleskops finden sich in Kinofilmen, Computerspielen, Zeitschriften, im Fernsehen und in der Werbung ebenso wie auf CD-Hüllen von Rockbands, T-Shirts und sogar Snowboards. "Das ist ein Beleg sowohl für die Schönheit von Hubbles Bildern als auch für die Faszination der Wissenschaft dahinter", betont Christensen.

Wie lange wird "Hubble" noch beobachten?
"Es gibt derzeit keine konkreten Pläne für ein Ende des Betriebs", berichtet Christensen. Die ursprünglich geplanten zehn Jahre Betriebszeit hat das Weltraumteleskop weit übertroffen. Wie lange der Veteran noch durchhält, ist offen. Sein Nachfolger, das "James Webb"-Weltraumteleskop, soll 2018 ins All befördert werden. Die Wissenschaftler hoffen, dass es dann eine Zeit der Zweisamkeit gibt. "Hubble geht es weiterhin gut", sagt Christensen. "Mein Tipp ist, dass wir auch noch seinen 30. Jahrestag feiern werden."

Wissenschaftliche Highlights


Glossar
Hubble
Das Weltraumteleskop "Hubble" umkreist seit 1990 die Erde. Aus 600 Kilometern Höhe blickt es in die Tiefen des Alls.
Verzerrtes Bild
Hubble kartiert Dunkle Materie im Universum
Das Weltraumteleskop "Hubble" hat einen der bislang stärksten Beweise für die Existenz der mysteriösen Dunklen Materie im All geliefert.
Exoplanet HD 189733
Seiner Luft beraubt
Ein Stern strahlt so intensiv, dass ein großer Teil der Atmosphäre seines Planeten weggerissen wird. Das Hubble-Teleskop hat diesen Sturm im All beobachtet.
Aufnahmen aus dem All
Komplexe Struktur des Ringnebels entdeckt
Astronomen ist es gelungen, den Ringnebel dreidimensional darzustellen.
Andromeda
So scharf wie nie zuvor
Das Weltraumteleskop "Hubble" hat die benachbarte Andromeda-Galaxie fotografiert.
Links