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ISS über der Erde Video
Die Forschung eher bodenständig, aber die Kosten astronomisch, so Kritiker
ISS das teuer
Internationale Raumstation steht in der Kritik
Von Beginn an gab es auch Kritik an der Internationalen Raumstation (ISS): Die Gesamtkosten von mehr als 100 Milliarden Euro stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Keins der bisher mehr als 1200 Experimente auf der fliegenden "Tüftlerbude" habe Bahnbrechendes zutage gefördert, behaupten sie. Schlagzeilen mache die Station nur mit singenden Astronauten, defekten Toiletten oder als Kulisse für Hollywood-Filme wie das Weltraum-Abenteuer "Gravity".

Der Vorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, widerspricht dem. "Fernsehen, Kommunikation, Wettervorhersage - das alles wäre nicht möglich ohne Raumfahrttechnik", sagt Wörner. Auch die Ergebnisse der Medizinforschung in der Schwerelosigkeit, etwa über den Kreislauf und den Salzhaushalt, würden auf der Erde genutzt. Der DLR-Chef sieht die Raumfahrt auch als Ausdruck menschlicher Neugier. "Im Weltall warten noch viele Geheimnisse auf uns. Wir verstehen noch nicht einmal fünf Prozent von dem, was da draußen ist", meint Wörner.

Kreml will aus Weltraumprojekt ISS aussteigen
Ab dem 29. Mai 2014 wird der Geophysiker Alexander Gerst der nächste Deutsche auf der Internationalen Raumstation sein - und wie es aussieht, wohl auch der letzte. In einem spektakulären Schritt kündigt Russland nach mehr als 15 Jahren ein Ende seines Engagements bei dem fliegenden Labor an. Dabei handelt es sich wohl auch um eine Reaktion auf US-Sanktionen gegen Moskau im erbitterten Ukraine-Konflikt. Experten fürchten, dass auf dem Außenposten der Menschheit bald die Lichter ausgehen könnten.

Russlands Entscheidung komme zur richtigen Zeit, meint Wladimir Surdin von der Staatlichen Universität Moskau. Der Unterhalt der Raumstation 400 Kilometer über der Erde koste viel Geld, während der Erkenntnisgewinn der Experimente an Bord mittlerweile gering sei. "Russland kann von dort aus noch nicht einmal richtig spionieren, weil uns die Amerikaner ständig über die Schulter schauen", sagt der Wissenschaftler. Für die stolze Raumfahrtnation sei es höchste Zeit, sich neuen Zielen zuzuwenden.

Zwar läuft der Vertrag über den Betrieb der wesentlich von Deutschland mitfinanzierten Forschungsstation ohnehin 2020 aus. Aber zuletzt waren sich alle Beteiligten weitgehend einig über eine Verlängerung des Projekts, das von Russland, den USA, der europäischen Weltraumagentur Esa sowie von Kanada und Japan geleitet wird. Im Januar 2014 hatten die USA die nötigen Finanzmittel für einen Betrieb bis 2024 freigegeben. Vom technischen Zustand her könne die ISS sogar mindestens bis 2028 unterhalten werden, hieß es stets.

Mediathek
VideoEin teurer Spaß
Kritiker sagen, der Nutzen der ISS stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten. (Beitrag vom 15. Mai 2014)
nano spezial
Raumfahrt im Alltag
Raumfahrt ist zu einem nahezu selbstverständlichen Bestandteil unseres Alltags geworden, unverzichtbar für Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.
Glossar
ISS - Die Erde im All
Die Internationale Weltraumstation (ISS) ist laut US-Raumfahrtbehörde Nasa "das komplexeste wissenschaftliche und technische Unternehmen aller Zeiten".
Alexander Gerst
Unser Mann im All
Wenn die Sojus-Triebwerke zünden und die Kapsel zur Internationalen Raumstation (ISS) abhebt, erfüllt sich für Alexander Gerst ein Kindheitstraum.