Zeppelin "Pegasos" Video
Je nach Mission arbeiten ein oder zwei Wissenschaftler in dem fliegenden Labor
Luftschichtenjäger
Klimaforscher jagen im Zeppelin Daten hinterher
Ein Zeppelin soll Klimaforschern bei der Arbeit helfen. Als einziges Fluggerät kann er langsam auf- und absteigen, schweben und sogar in der Luft stehen.
Zudem stößt er dabei selbst kaum Abgase aus. Im Projekt "Pegasos" untersuchen Forscher unter anderem die Atmosphärenschichten. Dabei geht es auch um den Einfluss der Luftqualität auf den Klimawandel. Die Prozesse in der Luftschicht bis zu 1000 Metern Höhe seien bisher nur lückenhaft bekannt, so Prof. Andreas Wahner vom Forschungszentrum Jülich. "Mit dem Zeppelin können wir nun erstmals umfassende Daten in dieser Region sammeln." Seine Kollegin Astrid Kiendler-Scharr ergänzt: "Der Zeppelin ermöglicht es uns sogar, einer Luftmasse hinterher zu fliegen, um zu beobachten, wie sie sich weiter entwickelt."

Die Forschungsflüge sind am 4. Mai 2012 gestartet. Ein Zeppelin NT fliegt vom Bodensee aus in Richtung der Niederlande und in einer weiteren Mission im Sommer 2012 über die Po-Ebene, um die Luftqualität zu messen. Eine dritte Mission führt den Zeppelin im Jahr 2013 nach Nordfinnland. "Wir legen über 12.000 Kilometer zurück und rechnen für Pegasos mit 500 Flugstunden", sagt Thomas Brandt, Geschäftsführer der "Zeppelin Luftschifftechnik".

Während der durchschnittlich siebenstündigen Flüge arbeiten je nach Mission ein oder zwei Wissenschaftler in dem fliegenden Labor. An dem Projekt sind 26 Partner aus mehr als 15 europäischen Staaten beteiligt.

In der Zeppelin-Gondel nehmen die Wissenschaftler Messgeräte mit einem Gewicht von mehr als einer Tonne mit, um die Daten sammeln zu können. Für das Forschungsprojekt haben sie einen Zeppelin umgebaut, bei dem zusätzlich in einer Art Dachständer oben auf der Hülle weitere 600 Kilogramm Nutzlast für Messgeräte zur Verfügung stehen.

Glossar
VideoDie Atmosphäre
Zehn Kilometer dünn ist die Schicht, in der sich das Wetter und unser Leben abspielen - dabei reicht die Atmosphäre hunderte Kilometer weit und geht dann ins Weltall über.
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