Nachtleuchtende Wolken © Nasa, Marek Nikodem Video
In den höheren Breiten können hohe Wolken des Nachts leuchten
Seltenes Naturschauspiel
In hohen Breiten leuchten nachts Wolken
Nachtschwärmer können in den Sommerwochen mit etwas Glück nachtleuchtende Wolken sehen. Voraussetzung ist allerdings eine sternenklare Nacht.
Die nachtleuchtende Wolken bildeten sich in einer Höhe von 85 Kilometern und damit weit über der normalen Wolkendecke, sagt der Meteorologe Michael Theusner vom Klimahaus Bremerhaven. Zu sehen ist die nachtleuchtende Wolke in den späten Abend- und frühen Morgenstunden nur im Sommer in unseren Breiten. Am besten zu sehen ist das Phänomen zwischen 23.30 und 0.30 Uhr sowie zwischen 2 und 3 Uhr. "An der Nord- und Ostseeküste können sie sogar tief am nördlichen Horizont die ganze Nacht über sichtbar sein."

Die Wolkenart bildet sich in einer extrem dünnen Luft bei Temperaturen, die unter minus 120 Grad Celsius liegen müssen, damit der Wasserdampf zu Eiskristallen gefriert. "Das sehen wir dann als Wolke", erklärte Theusner. "Die Wolken befinden sich so weit oben in der Atmosphäre, dass sie praktisch die ganze Nacht von der Sonne angeleuchtet werden, während bei uns am Boden Dunkelheit herrscht." Normale Wolken befinden sich in Deutschland auf einer Höhe von bis zu 12 Kilometern, die leuchtende Wolke dagegen liegt fast an der Grenze zum Weltraum.

Dokumentiert wurden nachtleuchtende Wolken erstmals 1885. Inzwischen seien sie häufiger als noch vor 10 bis 20 Jahren zu sehen. "Dieses Phänomen steht vermutlich im Zusammenhang mit dem Klimawandel", sagte der Wissenschaftler. Die Mesosphäre in 85 Kilometern Höhe hat sich abgekühlt. Ein Grund für die vermehrt zu sehenden nachtleuchtenden Wolken könnte nach Ansicht des Meteorologe der in den vergangenen Jahren gestiegene Methangehalt in der Atmosphäre sein.

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