Exxon Valdez  © dpa
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Zu Reparaturarbeiten wurde der Tanker in den nächst gelegenen Hafen geschleppt.
Unglück mit Langzeitfolgen
Vor 30 Jahren lief der Tanker "Exxon Valdez" vor Alaska auf ein Riff
Es war die bis dahin schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA: 40.000 Tonnen Öl verseuchten die Küste - bis heute gibt es Spuren.
Am 24. März 1989 ist es kurz nach Mitternacht, als der mit 163.000 Tonnen Rohöl aus der Trans-Alaska-Pipeline beladene Tanker auf dem Weg nach Kalifornien bei ruhiger See auf das Riff läuft. Der Kapitän schläft, er hat einem weniger erfahrenen Offizier das Kommando überlassen. Die Gegend ist schwer zugänglich, nur per Flugzeug, Hubschrauber oder Schiff erreichbar, darum gestaltet sich der Noteinsatz schwierig. Die Folgen des Unglücks sind dramatisch: 40.000 Tonnen Rohöl laufen aus und verseuchen einen 2400 Kilometer langen Küstenstreifen. Die Fischerei kommt zeitweise zum Erliegen. Viele Familien, ganze Orte stehen vor dem Ruin. Der Ölkonzern Exxon wird mit Klagen überzogen und muss schließlich Milliarden für Säuberungen, Schadenersatz und Geldbußen zahlen. Viele neue Regelungen und Vorsichtsmaßnahmen wurden danach eingeführt: In der Gegend sind nur noch doppelwandige Öltanker zugelassen, zudem müssen die Schiffe von mehreren Schleppern begleitet werden. Das Bligh-Riff ist mit einem Warnlicht markiert.

Ein schwieriger und langwieriger Einsatz. © ap Ein schwieriger und langwieriger Einsatz.
Hunderttausende Tiere waren betroffen.  © ap Hunderttausende Tiere waren betroffen.
Das Unglück hatte viele Proteste zur Folge.  © ap Das Unglück hatte viele Proteste zur Folge.

Bis heute sind die Folgen deutlich spürbar
Nach der langen Zeit wirkt die Küste wieder wie früher: Leuchtend weiße Eisberge schwimmen im dunkelblauen Meer, in den Wellen lassen sich Seeotter treiben. Doch die Idylle ist trügerisch: im Prinz-William-Sund vor der Küste Alaskas sind die Folgen der Umweltkatastrophe immer noch spürbar. Vor dem Unglück war das Gebiet eines der unberührtesten und artenreichsten Ökosysteme der USA. Entsprechend groß war der Schaden. Rund 250.000 Seevögel und tausende weitere Tiere starben an den Folgen der Ölpest, darunter Seeotter, Robben, Grauwale und Pazifische Heringe.

Forscher untersuchen die Gegend nach wie vor intensiv, denn die Auswirkungen der Giftstoffe machen sich bis heute bemerkbar: Vor allem in den Sedimenten der Uferzonen lagern Rohölreste. "Ein wichtiger Faktor ist das verbleibende Öl", sagte der Wissenschaftler Jeffrey Short, der im Auftrag der US-Regierung die Untersuchungen nach dem Unglück leitete. "Wir haben herausgefunden, dass das Öl an den Küsten viel länger blieb als irgendwer vermutet hatte. Deswegen gab es langanhaltende Auswirkungen, denn die Tiere wurden dem immer wieder ausgesetzt." Einige Bestände wie die der Seeotter haben sich weitgehend erholt. Andere wie die Pazifischen Heringe, Lachse und Orcas noch nicht. "Die Erholung von Arten, die sehr sensibel in Hinblick auf die Langzeiteffekte von Ölverschmutzungen sind, kann Jahrzehnte dauern", sagt Forscherin Brenda Ballachey. Sie ist Biologin und Physiologin und beschäftigt sich seit Jahren mit den Auswirkungen des Unglücks auf die Umwelt. Vor rund fünf Jahren hat sie eine Bestandsaufnahme im Prinz-William-Sund gemacht.

Immer wieder kommt es zu solchen Vorfällen
Am Sonntag, den 24. März vor 30 Jahren rammte der US-Tanker "Exxon Valdez" das Bligh-Riff vor Alaska und schlug leck. Das Unglück schockierte Menschen weltweit und brannte sich ins Gedächtnis ein - wurde aber 2010 von einer weiteren Öl-Katastrophe übertroffen, als im Golf von Mexiko die Ölplattform "Deepwater Horizon" explodiert. Fünf Monate lang sprudelten insgesamt rund 780 Millionen Liter Öl ins Meer. Glücklicherweise haben die Unfälle nicht immer solche Ausmaße. Dennoch passieren sie immer wieder: Erst Mitte März ist das italienischen Frachtschiff "Grande America" im Golf von Biskaya in Brand geraten und gesunken. Geladen hatte er 45 Container mit "Gefahrgut" und 2200 Tonnen Schweröl. Schwimmende Dämme sollen verhindern, dass das Öl an die Küste gelangt und Rettungskräfte versuchen seitdem zwei große Ölteppiche "abzusaugen".