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Igel können einem auf der Suche nach Futter ganz schön leid tun - aber nicht immer ist füttern nötig.
Igel können einem auf der Suche nach Futter ganz schön leid tun - aber nicht immer ist füttern nötig.
Igeln helfen - aber wie?
Igel sind Wildtiere. Sie grundlos der Natur zu entnehmen ist in Deutschland gegen das Gesetz. Ausnahme: Igel in Not.
Woran erkennt man, dass ein Igel in Not ist? Reicht es aus, einen Igel husten zu hören? Oder einen abgemagerten Igel zu entdecken - mit der Mutmaßung, dass er nichts zu essen findet? Es gibt Faustregeln, mit denen man den Stacheltieren gerecht werden kann. Grundsätzlich gilt: Eine nächstgelegene Igelstation oder einen Tierarzt zu kontaktieren ist eine vernünftige Maßnahme, um sich über einen fachgerechten Umgang mit den Tieren zu informieren. Zu beachten ist außerdem: Den Igel nur dann anfassen, wenn es nötig ist. Zum Schutz vor Krankheiten ist es ratsam, sich danach die Hände zu waschen oder gleich Handschuhe zu tragen. Die helfen auch im Umgang mit den Stacheln.

Stacheligel gibt es seit 20 bis 30 Millionen Jahren
Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie ernähren sich von Insekten - Schmetterlinge, Würmer, Schnecken und Spinnen stehen auf der Speisekarte. Igel halten Winterschlaf - sind aber im beginnenden Herbst auch tagsüber aktiv, denn besonders die Jungtiere fressen sich in dieser Zeit Fettreserven an. Erwachsene Igel haben 6000 bis 8000 Stacheln. Aus bewirtschafteten Wäldern und Feldern fliehen sie zunehmend in menschliche Siedlungen. Durch den Verlust ihres Lebensraumes sind Igel in vielen Regionen eine gefährdete Art.

Wann sollen Igel gefüttert werden?
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Die Meinungen darüber gehen bei den Igelstationen und Tierschutzvereinen auseinander. Einige empfehlen, nur in Ausnahmefällen zu füttern - etwa wenn ein gefundener Jungigel vor dem Winterschlaf weniger als 500 Gramm wiegt. Oder direkt nach dem Winterschlaf, wenn der Boden noch gefroren ist. Andere sprechen sich wegen des Insektenrückgangs für eine Ganzjahresfütterung aus. Generell kommt es auf die Region an: Findet der Igel genug Futter in der Natur, braucht er keine Beifütterung. Lebt er in einem Siedlungsgebiet mit wenig natürlicher Beute, kann man dem Igel im Frühling und Herbst ein Futterhaus im Garten zur Verfügung stellen. Dabei ist zu beachten, dass keine Katzen, Ratten und Füchse an das Futter herankommen. Gefüttert wird mit Katzennassfutter und Wasser - keineswegs mit Milch, die verträgt der Igel wegen seiner Laktoseintoleranz nicht. Auch Obst und Gemüse kann der Igel nicht verwerten.

Wie soll verletzten oder kranken Igeln geholfen werden?
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Verletzte Igel: Am besten an einen Tierarzt oder eine Igelstation wenden! Wenn ein Igel eingerollt ist und sich nicht bewegt, ist er wahrscheinlich im Winterschlaf. Dieser kann von November bis April dauern. Ein toter Igel liegt meist offen da.
Hustende Igel: Mindestens 80 Prozent der Igel sind mit Lungenwürmern infiziert - was den Igeln aber normalerweise keine Probleme bereitet. Wenn der Igel nur ab und zu hustet und sich sonst normal verhält, ist ein Eingreifen nicht nötig. Hustet ein Igel sehr häufig und verhält sich auffällig, kann man ihn beim Tierarzt oder in einer Igelstation untersuchen und gegebenenfalls entwurmen lassen.
Igel, die von Flöhen oder Zecken befallen sind: Im Normalfall kommen Igel mit Parasiten gut zurecht. Die Tiere keineswegs mit Mitteln für Hunde oder Katzen behandeln - das kann für den Igel tödlich sein.

Der beste Igelschutz: ein naturnaher Garten
Vorsicht bei: Igel mögen:
Mährobotern und Rasenmähern - nur bei Tageslicht benutzen und vorher die Flächen nach Igeln absuchen Naturnahe Gärten mit Sträuchern und Hecken zum Verstecken
offenen Kellerschächten - lieber abdichten, damit Igel nicht reinfallen können Blumenwiese statt englischem Rasen - das lockt Insekten an, die Lieblingsspeise der Igel
Zäunen - Tipp: größere Durchschlüpfe in regelmäßigen Abständen schaffen Haufen aus Gartenabfällen sind ideal für den Winterschlaf
Müll - gelbe Säcke nicht über Nacht herausstellen. Igel können sich z. B. an Dosen verletzen. Holzhaufen und Hohlräume können als Versteck und Schlafplatz dienen

Spürhunde
VideoSuch' den Igel!
Berliner Biologen gehen auf Igelsuche - mit Unterstützung von speziell ausgebildeten Hunden.
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