Getreidefeld © dpa
Staubtrocken: Die Dauerhitze brachte viele Landwirte um große Teile ihrer Erträge.
Staubtrocken: Die Dauerhitze brachte viele Landwirte um große Teile ihrer Erträge.
Nothilfe für Landwirte
Unterstützung nur für Landwirte mit Verlusten von über 30 Prozent
Jetzt ist es raus: Die dürregeplagten Bauern in Deutschland können mit Hilfen von Bund und Ländern in Höhe von insgesamt 340 Millionen Euro rechnen.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sprach angesichts der lang anhaltenden Trockenheit und Hitze von einem "Witterungsereignis nationalen Ausmaßes". In so einem Fall kann der Bund einspringen, für Hilfsmaßnahmen bei Extremwetterereignissen sind nämlich eigentlich die Länder zuständig. Klöckner sprach auf der Grundlage der ihr vorliegenden Daten zur diesjährigen Ernte von einer Schadenssumme für die Landwirte in Höhe von 680 Millionen Euro. Davon wollten Bund und Länder zusammen die Hälfte, also 340 Millionen Euro, übernehmen. Das heißt, der Bund gibt 150 Millionen bis 170 Millionen ergänzend zu Länderprogrammen. Es könnten nur Betriebe mit Geldern rechnen, die einen Verlust von über 30 Prozent befürchten müssten, sagte Klöckner. Insgesamt blieb die Regierung mit dieser Zusage erheblich unter den Forderungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Dieser hatte staatliche Unterstützung in Höhe von über einer Milliarde Euro gefordert.

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Hilfszahlungen gerechtfertigt © dpa
Hilfszahlungen gerechtfertigt
Umdenken in der Agrarpolitik  © dpa
Umdenken in der Agrarpolitik

Die Auswirkungen der Trockenheit sind regional sehr unterschiedlich, Spuren hinterlassen hat die lange Trockenheit vor allem im Norden und Osten. Bei Weizen und Raps gibt es eine große Spannbreite mit Schäden zwischen 20 und 60 Prozent.

Landwirte in der Klimakrise Opfer und Verursacher zugleich
Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt befürwortet finanzielle Dürrehilfen für die aktuell am heftigsten betroffenen Bauern. Sie fordert aber nachhaltige Lösungen: Es sei jetzt dringend erforderlich, die notwendige Agrarwende einzuleiten. EU-Gelder dürften künftig nicht länger nach Fläche, Größe oder Produktionsmasse der Betriebe vergeben werden, sondern müssten gezielt in den ökologischen Umbau der Landwirtschaft fließen. "In Zukunft muss gelten: Wer nachhaltig Landbau betreibt, der wird unterstützt", so Göring-Eckardt.

Erste Erleichterungen für Viehhalter
Schon auf den Weg gebracht wurden Erleichterungen für Viehhalter, denen akute Futterknappheit droht. Laut einer Verordnung, die das Kabinett beschloss, sollen sie ausnahmsweise Flächen stärker nutzen können, für die Anbaubeschränkungen zum Umweltschutz gelten. Hintergrund ist, dass einmal gemähtes Gras nun vielfach nicht für den sonst üblichen zweiten und dritten Schnitt nachgewachsen ist. So wird Futter knapp, Vorräte für den Winter werden teils schon genutzt. Der Verordnung muss noch der Bundesrat zustimmen, der am 21. September das nächste Mal tagt. Bauern können aber jetzt schon zum Beispiel Gras-Klee-Mischungen auf diesen Flächen aussäen.

Dauerthema Hitzewelle
Wetter oder Klima?
Die Hitzewelle in diesem Sommer befeuert die Debatte um die Erderwärmung und ihre Folgen.