Gerstenfeld  © dpa
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Die "Begleitflora" am Rande eines Feldes erfreut Insekten, mindert aber Ernte und Gewinn.
Es gibt Alternativen
Einsatz von Glyphosat soll endlich weniger werden
Ergebnisse auf Versuchsfeldern zeigen, dass vielfach auf Glyphosat verzichtet werden könnte.
Immer wieder in der Kritik, wird über das Unkrautvernichtungsmittel schon lange diskutiert - in Deutschland, aber auch in der EU. Es ist nach mittlerweiler einhelliger Meinung maßgeblich für das Insektensterben mitverantwortlich und damit auch für den Rückgang der Artenvielfalt der Vögel und steht außerdem im Verdacht krebserregend zu sein. In der EU ist das Mittel erstmal weiterhin zugelassen. Zwar sehen das Bundesinstitut für Risikobewertung und die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit keine Gefahr für die Verbraucher, dennoch will Deutschland den Einsatz reduzieren. Auf den Versuchsfeldern des Julius-Kühn-Instituts werden daher verschiedene Anbau-Methoden und mögliche Alternativen zu Glyphosat im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums wissenschaftlich untersucht. Denn: Je weniger Glyphosat in Lebensmitteln, desto besser. Außerdem will die Bundesregierung das Insektensterben in Deutschland möglichst bald stoppen. Das Kabinett beschloss heute in Berlin die Eckpunkte eines "Aktionsprogramms Insektenschutz".

"Aktionsprogramm Insektenschutz"

Das Programm von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) soll unter anderem für eine vielfältigere Agrarlandschaft mit mehr Hecken und blütenreichen Feldrändern sorgen. Fördermittel, Modellprojekte und Wettbewerbe sollen dazu anregen, Lebensräume für Insekten zu schaffen oder zu verbessern. Auch der Einsatz von Pestiziden soll zurückgehen - für das besonders umstrittene Unkrautgift Glyphosat hat Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) bereits Vorschläge vorgelegt. Die Überdüngung soll "weiter reduziert werden", heißt es in den Eckpunkten weiter. Als Problem benennt die Regierung auch die Lichtverschmutzung, die nachtaktiven Insekten schadet, weil sie von künstlichen Lichtquellen angelockt werden.Viele der Eckpunkte fallen in die Zuständigkeit von Agrarministerin Klöckner. In dem Eckpunktepapier heißt es, es umreiße "die Handlungsbereiche und möglichen Maßnahmen", ohne im Voraus über Haushalte zu entscheiden. Starten soll das Programm nach einer breiten öffentlichen Diskussion 2019, wie Schulze der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte.

Glossar
Glyphosat
Glyphosat ist weltweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Unkrautvernichtungsmitteln und das am weitesten verbreitete Pflanzengift.
Einfluss auf die Fauna
Insektensterben bestätigt
Kiloweise sammelten Forscher in den vergangenen 27 Jahren Insekten aus Fallen. Die Auswertung der Daten bestätigt: Die Insektenzahl schwindet vielerorts erheblich.