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Fipronil im Ei - unerfreulich, aber in den ermittelten Mengen nicht gesundheitsschädlich, wie es heißt.
Fipronil im Ei: Was bedeutet das?
Eier mit dem Code "0 NL 4031002" sind betroffen
Wieder wurde in niederländischen Eiern das Insektengift Fipronil gefunden. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Aktuell
In fast 74.000 Eiern aus den Niederlanden kann sich einer unabhängigen Untersuchung zufolge mehr Fipronil als der festgelegte Höchstgehalt von 0,005 Milligramm pro Kilo befinden. Die Eier stammen von einem Bio-Hof und wurden über eine Packstation in Niedersachsen zu 98 Prozent an den Einzelhandel geliefert. Sie landeten in Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Nun werden sie vom Markt genommen. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) stuft den ermittelten Fipronil-Gehalt allerdings nicht als gesundheitsschädlich ein.

Was ist eigentlich Fipronil?
Fipronil kommt als Pflanzenschutzmittel oder in der Veterinärmedizin zum Schutz von Hunden vor Flöhen und Zecken zum Einsatz. Der in den 1980er Jahren in Frankreich entwickelte Wirkstoff ist allerdings auch für Honigbienen in hohem Maße giftig. Beim Menschen kann Fipronil Haut und Augen reizen sowie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen verursachen.

Wie kommt das Gift in die Eier?
In die Eier gelangte das Insektengift laut den Ermittlungen, weil es unerlaubterweise zur Reinigung von Ställen eingesetzt wurde. Ziel war es offensichtlich, kostengünstig und effizient die Rote Vogelmilbe, umgangssprachlich auch Blutlaus genannt, zu bekämpfen. Das weit verbreitete Spinnentier ernährt sich vom Blut verschiedener Vogelarten und gilt als einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schädlinge in der Geflügelzucht. Der neue Fund der mit dem Insektengift Fipronil belasteten Eier ist nach niederländischen Angaben eine Spätfolge der Krise von 2017. Offensichtlich befänden sich im Boden noch immer Reste des Stoffes, sagte der Sprecher der niederländischen Lebensmittelbehörde, Rob Hageman.

Welches Risiko besteht für den Menschen?
Die Fipronil-Konzentration in den getesteten Eiern liegt in den allermeisten Fällen unter dem Wert, der nach wissenschaftlichen Erkenntnissen schädlich sein könnte. Dem BfR zufolge besteht durch den Verzehr belasteter Eier "keine konkrete" Gesundheitsgefährdung. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hält eine akute gesundheitliche Gefährdung für unwahrscheinlich. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums ist ein gesundheitliches Risiko für Kinder aber nicht völlig auszuschließen. Allerdings ist noch kein Fall bekannt geworden, in dem sich Menschen durch den Verzehr von Fipronil-Eiern vergiftet haben.

Wo ist der Einsatz von Fipronil überhaupt erlaubt - und wo nicht?
Fipronil wird unter anderem als Pflanzenschutzmittel und in der Tiermedizin, aber auch zur Bekämpfung von Läusen, Schaben und Milben eingesetzt. Die Verwendung bei Tieren, die Lebensmittel liefern, ist aber verboten.

Historie
Das EU-Gericht hat im Mai 2018 Beschränkungen gegen das Insektengift Fipronil aufgehoben. © dpa Das EU-Gericht hat im Mai 2018 Beschränkungen gegen das Insektengift Fipronil aufgehoben.
Likör mit Schuss: Auch in Ei-Produkten wurden im Oktober 2017 Rückstände von Fipronil gefunden. © colourbox.de Likör mit Schuss: Auch in Ei-Produkten wurden im Oktober 2017 Rückstände von Fipronil gefunden.

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Haltung offengelegt
Der Code auf dem Ei
Verbraucher können beim Einkauf mit einem Blick erkennen, wo die Eier herkommen und - für viele ein entscheidendes Kriterium - wie die Hühner gehalten wurden.