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Der Sarkophag soll hundert Jahre halten. Sein strahlender Inhalt überdauert das locker.
Nach dem Supergau
Solarenergie soll die Zukunft Tschernobyls sein
26. April 1986: Das Datum ist eingebrannt in das kollektive Gedächtnis. Es steht für die Katastrophe in Tschernobyl.
Der Atomreaktor vier von Tschernobyl war am 26. April 1986 explodiert und hatte weite Teile der Ukraine, Weißrusslands sowie anderer Staaten der damaligen Sowjetunion verstrahlt. Auch in anderen europäischen Ländern wurde über längere Zeit erhöhte radioaktive Werte gemessen. Nach der Katastrophe mussten tausende Menschen das Gebiet verlassen. Ein mehr als 2000 Quadratkilometer großes Areal blieb verlassen.

Seit Ende 2016 deckt eine neue Konstruktion, der "Sarkophag", den 1986 zerstörten Reaktor ab und soll das Austreten gefährlicher Strahlung stark eindämmen. Die Schutzhülle war von der internationalen Gemeinschaft finanziert worden. Seit der Installation sank die Strahlung in der Umgebung offiziellen Zahlen zufolge auf ein Zehntel der zuvor gemessenen Werte.

Bewohnbar nein, Solarkraftwerk ja
Die am schlimmsten verstrahlte Zone in Tschernobyl wird kaum je wieder bewohnbar sein. Doch die Ukraine will das Gebiet, wo sich 1986 das größte Atomunglück der Geschichte ereignete, nicht ungenutzt lassen: Ein Solarkraftwerk wurde errichtet. "Die Solaranlage kann den Bedarf eines mittelgroßen Dorfes abdecken" - beziehungsweise den von 2000 Wohnungen, sagte Jewgen Warjagin. Er ist Chef des deutsch-ukrainischen Unternehmens Solar Chernobyl. Das Joint Venture aus der ukrainischen Firma Rodina Energy Group und der deutschen Enerparc AG hat eine Million Euro in den Bau investiert, die es innerhalb von sieben Jahren wieder einnehmen will. Die 1,6 Hektar große Fläche besteht aus etwa 3800 Solarmodulen.
Seit die Ukraine infolge der Spannungen mit Moskau kein russisches Erdgas mehr kauft, sucht das Land nach Möglichkeiten, Energie selbst zu erzeugen.

Tschernobyl-Katastrophe
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Glossar
Tschernobyl
Die Katastrophe von Tschernobyl gilt als der bislang schwerste Unfall bei der zivilen Nutzung der Atomenergie. Am 26. April 1986 um 01.23 Uhr geriet der Reaktor außer Kontrolle.