Eingeschneite Häuser © dpa
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Die Schweizer Alpen erleben die extremsten Schneefälle seit 1999.
Höchste Lawinengefahr in den Alpen
Drei Meter Neuschnee in einer Woche gefallen
In großen Teilen der Alpen herrscht jetzt die höchste Lawinenwarnstufe. Bei heftigen Niederschlägen wächst die Gefahr gefährlicher Abgänge immer weiter.
Durch wärmere Luft sei Niederschlag bis zu 2000 Metern Höhe als Regen gefallen, was die Schneedecke zusätzlich labil werden lasse, warnten Fachleute in der Schweiz und Österreich am 22. Januar 2018. "Man muss verbreitet in der Schweiz mit großen Lawinen rechnen", sagte Christine Pielmeier vom Davoser Schnee- undLawinenforschungsinstitut (SLF) im Schweizer Rundfunk. "Heute ist die heikelste Phase, Entspannung erwarten wir eigentlich erst im Laufe des Dienstags."

Viele Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten
Auch in Österreich war die Lage problematisch. In Tirol galt für manche Gebiete die höchste Lawinenwarnstufe, das erste Mal seit 1999. In beiden Ländern waren Straßen- und Bahnverbindungen in zahlreiche Orte abgeschnitten, darunter die Wintersportorte Zermatt und Andermatt in der Schweiz und St. Anton und Galtür in Österreich.

In der Schweiz seien in südlichen Regionen teilweise innerhalb einer Woche drei Meter Neuschnee gefallen, sagte Pielmeier. So extreme Schneehöhen wie dort habe es seit 1999 nicht mehr gegeben. Die höchste Lawinengefahr galt in einem breiten Streifen durch die ganze Schweiz von West nach Ost, vom Wallis bis nach Graubünden.

"Die Lawinen können sehr weit vorstoßen", warnte das SLF. "Exponierte Siedlungen sowie Verkehrswege sind mehrheitlich gefährdet." Von Schneesport abseits gesicherter Pisten werde "dringend abgeraten".

In Bayern gab es schon ein erstes Todesopfer
Der Lawinenwarndienst Bayern erhöhte für den gesamten Alpenraum die Warnstufe von drei auf vier, die zweithöchste Gefahrenstufe. Aus Steilhängen aller Höhenlagen sei mit der Selbstauslösung vieler mittlerer, teilweise auch großer Lawinen zu rechnen. Auch in den kommenden Tagen werde die Lawinensituationen angesichts des Tauwetters angespannt bleiben, Unternehmungen abseits gesicherter Pisten seien nicht zu empfehlen.

Wegen Lawinengefahr mussten die Bundesstraße B2 Mittenwald-Weilheim, die B307 Vorderriß-Gmund und die Staatsstraße Ettal-Reutte streckenweise gesperrt werden. Die Bahn musste die Verbindung zwischen Mittenwald und Scharnitz witterungsbedingt sperren und konnte wegen witterungsbedingter Straßensperren keinen Schienenersatzverkehr einrichten. Bereits am Sonntag hatte es mehrere Lawinenabgänge in den bayerischen Alpen gegeben. Dabei kam ein 30 Jahre alter Mann ums Leben, weitere Skisportler wurden zum Teil schwer verletzt.

Mit den höheren Temperaturen kommt auch Hochwasser
Tauwetter bringt außerdem wieder Hochwasser mit sich. So wurde etwa am Pegel Maxau in Karlsruhe für Montagabend erneut ein Stopp der Rhein-Schifffahrt erwartet. Auf Teilen des Neckars wurde die Schifffahrt bereits eingestellt. Bereits Anfang Januar war es in Deutschland verbreitet zu Hochwasser gekommen.

Wegen großer Abflussmengen durch Tauwetter warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) für den Schwarzwald und das südliche Oberallgäu vor Unwettergefahr. Die Meteorologen erwarten bis Mittwoch einen Anstieg der Temperaturen in Deutschland auf 9 bis 16 Grad.

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Ohne die richtige Ausrüstung sollte sich niemand in die Berge wagen - selbst bei schönem Wetter.