Feuerwehrmann im Einsatz © dpa
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Mehrere Tausend Feuerwehrmänner sind seit über einer Woche im Einsatz.
Alptraum Thomas-Feuer
Baumsterben in Kalifornien erreicht durch Brände Rekordhöhe
Der Flächenbrand in Kalifornien hat Zehntausende in die Flucht getrieben und 937 Quadratkilometer vernichtet. Das Feuer konnte bis jetzt nur teilweise gelöscht werden.
Schuld waren die Santa-Ana-Winde, die vom Inland in Richtung des Pazifiks wehen und dabei zwischen den Bergen und Schluchten immer schneller werden. Das sogenannte Thomas-Feuer ist der fünfgrößte Flächenbrand in der Geschichte Kaliforniens. Seit 1948 gab es nur 17 Mal längere Perioden dieser Art. Hoffnungen auf eine Wetteränderung zerschlugen sich am Montag: Die Luft bleibe weiter trocken, die heißen Santa-Ana-Winde fachten die Flammen immer wieder an, erklärten Meteorologen.

"Viel trockener als das wird es nicht", twitterte der Nationale Wetterdienst. An mehr als 80 Messpunkten in der Region seien relative Feuchtigkeitsniveaus von nur einem bis neun Prozent registriert worden. Asche fiel wie Schnee vom Himmel und der dichte Rauch machte das Atmen schwer. Experten warnten, die Asche könne sich in den Lungen festsetzen und Atemprobleme auslösen. Betroffen waren Ortschaften in der Nähe von Santa Barbara sowie Montecito.

Klimaexperten machen die extreme Trockenheit und die seit Montag tobenden Santa-Ana-Winde für die Feuer im Süden Kaliforniens verantwortlich. Für die Jahreszeit ist es in der Küstenregion ungewöhnlich trocken. Regen blieb bislang aus. Nach einer gerade veröffentlichten Studie der US-Forstbehörde leiden deutlich mehr Bäume als bisher angenommen an den Folgen der mehrjährigen Dürre in Kalifornien. Weitere 27 Millionen Bäume, zumeist Nadelbäume, seien seit November 2016 abgestorben, hieß es. Damit habe das Baumsterben in Kalifornien, auch durch dürrebedingte Brände und einen starken Borkenkäferbefall der geschwächten Bäume, eine Rekordzahl von 129 Millionen toten Bäumen erreicht. Die aktuellen Brände dürften diese Zahl noch ansteigen lassen.

Santa-Ana-Winde
"Teufelshauch"
Diese Fallwinde entstehen, wenn sich über dem Großen Becken, also dem Hochplateau von Nevada, Idaho und Utah, ein Hochdruckgebiet bildet. Die zunächst kalte Luft bewegt sich Richtung Pazifikküste, wird auf ihrem Weg durch die Gebirgs-Canyons stark beschleunigt und erwärmt sich außerdem durch den Höhenabfall. Nachdem der Santa-Ana-Wind die Mojavewüste durchquert hat, erreicht er als extrem trockener, heißer Wind Kalifornien. In Los Angeles steigen die Temperaturen bei Santa-Ana-Winden manchmal auf 35 Grad und selbst im Winter kann es 30 Grad heiß werden. Windgeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern sind dabei keine Seltenheit und immer wieder wird so ein Inferno angefacht.Die Kalifornier nennen die Winde deswegen auch "Teufelshauch" oder "Teufelswinde".