Demonstrant im Eisbär-Kostüm © ap
SendungSendung
Mensch und Eisbär leiden unter dem Klimawandel - aber nur der Mensch kann etwas dagegen tun.
Klimagipfel live
Regeln für den Klimaschutz gesucht
Der Klimagipfel "COP23" in Bonn geht in den Endspurt. Vertreter aus 197 Ländern ringen um ein Regelbuch für den internationalen Klimaschutz - und nano ist live mit dabei.
Unsere Gäste in der Sendung
<b>Prof. Mojib Latif</b> ist Meteorologe und Ozeanograph am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR).  © dpa Prof. Mojib Latif ist Meteorologe und Ozeanograph am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR).
<b>Christoph Bals</b> ist Politischer Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungshilfe-Organisation "Germanwatch". Christoph Bals ist Politischer Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungshilfe-Organisation "Germanwatch".

Der Gipfel im Endspurt - aktuelles aus Bonn
Beim Geld scheiden sich die Geister © epa
Beim Geld scheiden sich die Geister
Die Bonn-Zone © epa
Die Bonn-Zone

Der Anstieg des Meeresspiegels - ein drängendes Problem
Meer frisst Land
Meer frisst Land
Grönland taut auf
Grönland taut auf
Miami Beach - Höhergelegte Stadt
Miami Beach - Höhergelegte Stadt

Netzwerk "C40" - Grüne Städte
Netzwerk "C40" - Grüne Städte
Xiuhtezcatl Martinez - Junger Klimakämpfer
Xiuhtezcatl Martinez - Junger Klimakämpfer
Treibhausgase vermessen - Aus dem Orbit
Treibhausgase vermessen - Aus dem Orbit

Vor dem Klima fliehen
Überschwemmung
Die Vereinten Nationen rechnen mit bis zu 350 Millionen Klimaflüchtlingen in den kommenden 30 Jahren. Ganze Landstriche werden in Zukunft unbewohnbar sein.
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Entwurzelt
BeitragBeitrag
Arm waren die Viehhalter in Ugandas karger Region Karamoja schon immer. Aber die globale Erwärmung hat ihre Lage noch verschlimmert. Das trifft vor allem die Nomaden.
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nano-Reporter auf der Klimakonferenz unterwegs


Al Gore im Interview
Al Gore im Interview
Bula! - Willkommen!: Der Gipfel startete mit einer traditionellen Zeremonie
Bula! - Willkommen!: Der Gipfel startete mit einer traditionellen Zeremonie

Talanoa - Verhandeln "Fiji-Style"
Talanoa - Verhandeln "Fiji-Style"
Junge Köpfe fürs Klima - im Gespräch mit Aktivisten
Junge Köpfe fürs Klima - im Gespräch mit Aktivisten
Kleine Klima-Kämpfer
Kleine Klima-Kämpfer

Fragen und Antworten zum Klimagipfel

Warum eigentlich Bonn, wenn doch Fidschi den Vorsitz hat?
Normalerweise treffen die Klimadiplomaten sich in dem Land, das auch den Vorsitz hat. Einem Rotationsprinzip zufolge war diesmal ein Land aus Asien dran. Fidschi übernimmt die Präsidentschaft - erstmals eine Inselgruppe im Pazifik, die vom Klimawandel bedroht ist, das gilt als wichtiges Signal. Allerdings wäre es schwierig für Fidschi geworden, die Konferenz auch auszurichten. Daher springt Deutschland als "technischer Gastgeber" ein. Das Sekretariat der Klimarahmenkonvention sitzt nämlich in Bonn. 2001 wurde schon mal in Bonn getagt. Und die erste Weltklimakonferenz 1995 fand in Berlin statt. Gastgeberin war die Bundesumweltministerin - die hieß damals Angela Merkel.

Das Klimaabkommen gibt es doch seit zwei Jahren, was ist noch zu tun?
Die Einigung auf das Abkommen war 2015 in Paris ein riesiger Durchbruch, inzwischen haben 169 Parteien es ratifiziert. Deutschland ist dabei, die EU auch. Aber das Entscheidende ist die Umsetzung. Und wie die im Detail laufen soll, ist noch nicht klar. Grundsätzlich haben die Staaten eigene Ziele zur Treibhausgas-Minderung zugesagt. In einem Zyklus von fünf Jahren sollen deren Wirkungen überprüft und die Zusagen immer ehrgeiziger werden. Wichtig ist aber auch die Anpassung an den Klimawandel und der Umgang mit Schäden, die etwa steigende Meeresspiegel und Extremwetter anrichten.

Bisher reichen die Ziele der Staaten also nicht aus?
Nein. Das Ziel das Pariser Abkommens ist, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad einzudämmen. Schon diese begrenzte Erwärmung wird der Wissenschaft zufolge deutlich spürbar sein - Dürren und Starkregen häufen sich, die Meeresspiegel steigen, das "ewige" Eis schmilzt ab. Aber: Selbst bei Einhaltung aller bisher von den Ländern vorgelegten Klimaschutzzusagen wird sich die Erdtemperatur laut UN-Umweltprogramm um mindestens drei Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung erhöhen. Da muss also noch viel passieren.

Was genau soll in Bonn also passieren?
Die Politiker müssen sich auf ein Regelwerk einigen, das die nationalen Klimaziele vergleichbar und überprüfbar macht. Ein Erfolg wäre aus Sicht von Klimaschützern, wenn nach der Konferenz ein Entwurf vorliegt - auch wenn es von umstrittenen Passagen noch mehrere Versionen geben dürfte. Ein Problem wäre laut Jan Kowalzig von Oxfam dagegen, wenn es gar nichts Schriftliches gibt, da der Zeitdruck dann zunähme. Denn 2018 beginnt der erste "Überprüfungsdialog", um zu sehen, ob die Staaten auf dem richtigen Weg sind. Umstritten ist etwa, welche Unterschiede zwischen Industrie- und Entwicklungsländern gemacht werden.

Hat das auch was mit den Sondierungsgesprächen in Berlin zu tun?
Offiziell nicht - aber das Timing ist natürlich bemerkenswert. Zwischen Union, FDP und Grünen, die über eine Jamaika-Koalition reden, gehört der "Klimaschutz" zu den umstrittensten Themen. Steigt Deutschland aus der Kohle aus, wie und bis wann? Gehören Benzin- und Dieselmotoren bald der Geschichte an? Die Grünen hoffen auf Rückenwind aus Bonn für die Verhandlungen. Die scheidende Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kann nochmal richtig Politik machen, fast schon von der Oppositionsbank aus - und Kanzlerin Merkel dürfte daran gelegen sein, auf dem Bonner Parkett gut dazustehen.

Was soll eigentlich diese Abkürzung COP?
COP steht für "Conference of the Parties" und meint die Zusammenkunft der Staaten, die die UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (UNFCCC) unterzeichnet und ratifiziert haben.

Die Klimakonferenz in Zahlen

  • Mehr als 23.000 Teilnehmer
  • 197 Staaten
  • 500 Nichtregierungsorganisationen etwa aus der Wirtschaft, dem Umweltschutz, der Forschung und von den Kirchen
  • 1300 Journalisten

Sendedaten
nano spezial "Klimagipfel live" am 17. November 2017, 18.00 bis 19.00 Uhr live aus Bonn
Rückblick
© epaVideoKlimagipfel in Bonn
nano spezial vom 15. November 2017
Link
Die CO2-Uhr tickt
Die CO2-Uhr beim Mercator-Institut zeigt, wie viel Zeit noch bleibt, um die Klimaziele zu erreichen.
Meinung
VideoHandeln - nicht nur verhandeln
"Richtig aufgewacht ist unsere Welt noch immer nicht." Yve Fehring meint: Wir sind die letzte Generation, die noch etwas gegen den Klimawandel tun kann.
Glossar
Fidschi - Archipel im Südpazifik
Die Fidschi-Inseln liegen im Südpazifik, etwa 1800 Kilometer nördlich von Neuseeland. Von den rund 320 Inseln sind 110 bewohnt.
Interaktiv
Steigende Fluten
Die Pole schmelzen, der Meeresspiegel steigt. Unsere Grafik zeigt, welche Länder von dem Anstieg am stärksten bedroht sind - wenn der Mensch nicht handelt.
Grafik
LupeHitzetage in Deutschland