Holzdrifter
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Mehr als 70.000 Holzdrifter kommen bei dem Forschungsprojekt zum Einsatz.
Der Weg des Mülls
Holzdrifter sollen zeigen, wie sich Plastik in der Nordsee verteilt
Forscher der Uni Oldenburg wollen nachverfolgen, wie sich Plastikmüll in der Nordsee ausbreitet - mit schwimmenden Holztäfelchen. Bürger können dabei mithelfen.
Ziel des Projektes ist es, Methoden zur Vermeidung von Plastikmüll in der Deutschen Bucht und im Wattenmeer zu entwickeln. Zunächst muss das Driftverhalten des Kunststoffmülls ermittelt werden. Um das Meer nicht mit zusätzlichem Unrat zu belasten, haben die Forscher mit den acht mal zehn Zentimeter messenden, unbehandelten Holztäfelchen in Dicken von zwei und vier Zentimetern ein natürliches Material gewählt. Vorversuche hatten ergeben, dass diese ähnlich wie viele Kunststoffteile in der See treiben. Im Gegensatz zu diesen zersetzen sich die Hölzchen jedoch umweltfreundlich in überschaubarer Zeit.

Insgesamt werden mehr als 70.000 dieser Holzdrifter an verschiedenen Punkten an der nordwestdeutschen Küste, auf Nordseeinseln, in der Ems sowie an einem der Hauptschifffahrtswege der offenen Nordsee ausgesetzt. Bürger, die solch einen Drifter finden, werden gebeten, diesen zu melden. Ein erläuternder Text in deutscher und englischer Sprache ist auf den Fichtenholz-Täfelchen eingebrannt. Gemeldet werden kann der Fundort eines Drifters über seine ebenfalls eingebrannte individuelle Nummer an die Universität Oldenburg. Neben der Möglichkeit, eine Meldung anonym abzusetzen, können Interessierte sich auch registrieren lassen. Sie haben so Gelegenheit, mehr über das Projekt zu erfahren und auch in Kontakt mit den Wissenschaftlern zu treten. Dem fachübergreifenden Projektteam gehören 14 Wissenschaftler und Doktoranden an: Biologen, Umweltplaner, Geoökologen, Physiker und Ozeanographen.

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Wer einen Drifter findet, sollte die Nummer und den Fundort hier melden.
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