Irma trifft auf Florida © dpa
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Hurrikan Irma hat auch den US-Staat Florida mit großer Wucht erfasst.
Unberechenbare "Irma"
Die Folge sind Verwüstungen und Überschwemmungen
Erst die Karibik, dann Florida: Auf seinem schwer vorhersagbaren Weg hat Hurrikan Irma ganze Landstriche verwüstet und für große Überschwemmungen gesorgt.
Der Weg von Hurrikan Irma.
Der Weg von Hurrikan Irma.
Irma war am Sonntag auf der vorgelagerten Inselgruppe der Florida Keys mit Hurrikan-Stärke 4 auf Land getroffen. Anders als zunächst prognostiziert zog der Tropensturm nicht Richtung Miami an der Ostküste Floridas entlang, sondern drehte in westlicher Richtung ab. Er zog dann entlang der Golfküste über Naples, Sanibel, Fort Myers und Sarasota hinweg. Am stärksten betroffen war deshalb zunächst der weniger gut vorbereitete Südwesten Floridas, doch wegen der enormen Ausmaße des Hurrikans wurde auch der Osten von starken Regenfällen und Sturmfluten heimgesucht.

© reuters Die Innenstadt von Miami steht unter Wasser.
Die Innenstadt von Miami steht unter Wasser.
Überschwemmte Straßen, umgekippte Baukräne und massive Stromausfälle: Trotz abgeschwächter Winde hat Irma für katastrophale Zustände im US-Bundesstaat Florida gesorgt. In der Stadt Miami und auf der vorgelagerten Insel Miami Beach standen Straßen und Autos unter Wasser, eine hölzerne Seebrücke im Zentrum von Miami wurde fortgeschwemmt. Der internationale Flughafen der Stat bleibt bis mindestens Dienstag geschlossen. Nach Angaben des Katastrophenschutzes waren über fünf Millionen Haushalte ohne Strom. An der Südostspitze von Florida wurde aus Sicherheitsgründen einer von zwei Atomreaktoren des Kraftwerks Turkey Point heruntergefahren. Der Hurrikan wurde zwar am Montag auf die niedrigste Kategorie 1 herabgestuft, aber Entwarnung gibt es noch nicht. Die Bewohner des Sonnenstaates müssen mit weiteren Sturmfluten rechnen.

Die Rolle des Klimawandels
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Der Klimawandel begünstigt starke Tropenstürme.
Klimaforscher machen den Klimawandel mit dafür verantwortlich, dass die Tropenstürme immer gewaltiger werden. Angesichts des Tropensturms Irma hat der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Joachim Schellnhuber, auf eine Umsetzung des UN-Klimaschutzabkommens gedrungen. "Ich kann Ihnen versichern, dass die Wissenschaft genügend Belege dafür hat, dass es mit dem Klimawandel zu tun hat, dass die Stürme stärker werden", sagte Schellnhuber. Es sei erst der Beginn einer "dramatischen Entwicklung". "Wenn wir das Pariser Abkommen nicht umsetzen, werden Ereignisse dieser Art die neue Normalität werden", warnte der Klimaforscher.

Irma hatte sich am 5. September zum stärksten Hurrikan über dem offenen Atlantik seit Beginn der Aufzeichnungen entwickelt. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums erreichte der Sturm Windgeschwindigkeiten von bis zu 297 Kilometern pro Stunde. In der Karibik hatte der Tropensturm mehrere Inseln verwüstet und Todesopfer gefordert.

An der Küste von Puerto Rico. © reuters An der Küste von Puerto Rico.
Verwüstungen auf St. Martin. © reuters Verwüstungen auf St. Martin.

Interview
VideoIm Gespräch: Andreas Friedrich
Wir sprachen zum Thema am 11. September 2017 mit Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst über die Schwierigkeiten bei Prognosen.
Mediathek
VideoIm Gespräch: Mojib Latif
Wir sprachen am 7. September 2017 mit dem Meteorologen und Klimaforscher Mojib Latif über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tropenstürme.
Glossar
Hurrikan
Ein tropischer Wirbelsturm wird im westlichen Atlantik und im östlichen Pazifik "Hurrikan" genannt, im westlichen Pazifik "Taifun" und im Indischen Ozean "Zyklon".
Info
Das Klimaabkommen
Bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 hatten sich die Staaten dazu verpflichtet, die Erderwärmung auf 1,5 Grad bis zwei Grad Celsius zu begrenzen und dafür die Treibhausgasemissionen deutlich zu reduzieren. Das Abkommen wurde als Durchbruch gefeiert, weil auch die USA und China erstmals verbindliche Zusagen machten. US-Präsident Donald Trump hat allerdings angekündigt, aus dem Abkommen wieder auszusteigen.
Chronik
© dpaHurrikane in Amerika
Hurrikane suchen immer wieder den Süden der USA, Mittelamerika und die Karibik heim - eine Chronik verheerender Stürme der vergangenen Jahre.