Robbe
BeitragBeitrag
Der Bundestagsbeschluss ist eine gute Nachricht für Robben.
Ein Sieg für den Meeresschutz
Umstrittenes Vetorecht kommt nicht ins Bundesnaturschutzgesetz
Die Ministerien für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Forschung bekommen kein Vetorecht bei Meeresschutzmaßnahmen.
Das beschloss der deutsche Bundestag am 22. Juni 2017. Das eigentlich geplante Vetorecht kommt nun doch nicht in die geplante Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes. Die Grünen-Politikerin Steffi Lemke begrüßte die Streichung. "Sonst hätten Wirtschaftsinteressen über dem Meeresschutz gestanden", sagte sie. Auch viele Umweltverbände hatten kritisiert, dass der im Februar vom Kabinett verabschiedete Gesetzentwurf für Schutzmaßnahmen ein "Einvernehmen" der Ressorts Landwirtschaft, Wirtschaft, Verkehr und Forschung vorgesehen hatte.

Die Grünen im Bundestag halten die von der großen Koalition geplante Novelle allerdings immer noch für unzureichend. Der Entwurf liefere keine Antwort auf das Artensterben, sagte Lemke. Vor allem der Bereich Landwirtschaft werde ausgeblendet. "Damit versagt die Bundesregierung dabei, dem Hauptverursacher des Artensterbens, der industriellen Landwirtschaft, einen Riegel vorzuschieben", sagte Lemke.

Das 1977 erstmals verabschiedete Gesetz sieht in seiner Neufassung unter anderem die Einrichtung eines länderübergreifenden "Biotopverbunds" bis Ende 2027 vor, bisher fehlte ein Zieldatum. Das Naturschutzgesetz regelt, was Naturschutzgebiete, Biosphärenreservate oder Naturdenkmäler sind. Es verbietet zudem "vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft".

Link
Der Gesetzentwurf der Bundesregierung als PDF
Rote Liste der marinen Arten
Bedrohte Vielfalt
Fast ein Drittel der in deutschen Nord- und Ostseegebieten lebenden Fische und Meeresorganismen sind gefährdet und stehen auf der "Roten Liste der Marinen Arten".
Insektensterben
Schwindende Vielfalt
In den Rheinauen um Krefeld schwinden die Insekten, haben die Helfer vom Entomologischen Verein festgestellt. Allein 60 Prozent der Hummelarten sind verloren gegangen.