Kohlegrube
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Konflikte zwischen der Bergbauindustrie und Bauern häufen sich in Australien.
Kohle oder Kühe
In Australien verdrängt der Bergbau die Landwirtschaft
Die Landschaft nördlich von Sydney prägen Kohleminen: ein Bergbauboom ausgelöst durch Chinas Hunger nach Rohstoffen. Doch darunter leiden Umwelt und Landwirtschaft.
Australien ist der viertgrößte Kohleproduzent nach China, den USA und Indien - und nach Indonesien der größte Exporteur. Kohle ist mit Erlösen von 25 Milliarden Euro - hinter Eisenerz - das zweitwichtigste Exportgut. Laut Bergbauverband MCA beschäftigt die Bergbauindustrie 55.000 Menschen direkt und weitere 145.000 indirekt. Geplant ist, die Branche weiter massiv auszubauen.

Die schmutzige Kehrseite des Geschäfts: Australien stößt pro Kopf der Bevölkerung so viel klimaschädliches Kohlendioxid aus wie kein zweites großes Industrie- oder Schwellenland, und fast doppelt so viel wie Deutschland. Obwohl das Land mit Sonne und Wind gesegnet ist, ist der Anteil erneuerbarerer Energien gering. Offiziellen Statistiken von 2016 zufolge ist Kohle für 63 Prozent der Elektrizitätsproduktion verantwortlich, Tendenz steigend. Gaskraftwerke lieferten 21 Prozent, 14 Prozent stammten aus erneuerbaren Energiequellen.

Eine Kehrtwende ist nicht in Sicht - im Gegenteil: Im Oktober 2017 gab Regierungschef Malcolm Turnbull bekannt, staatliche Förderungen für erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft einzustellen. Neben Kohle wolle Australien auch auf Gas und Wasserkraft als Energiequelle setzen. Die neue Energiepolitik werde "Strompreise senken, das System verlässlicher machen, die richtigen Investitionen begünstigen und Emissionen ohne Förderungen, Steuern oder Handelsprogramme senken", hieß es von Regierungsseite. Gleichzeitig solle sichergestellt werden, dass Australien dennoch seine Verpflichtungen unter dem Pariser Klimaabkommen erfülle, fügte Turnbull hinzu.

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