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Junge mit Maissack © ap Video
Die Hungerkrise schädigt vor allem die Kinder
Dürre in Malawi
8,5 Millionen Menschen brauchen Hilfe
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung im südafrikanischen Malawi ist wegen der Dürre von Hunger bedroht. Schon jetzt sind die Menschen und auf Lebensmittelhilfe angewiesen.
Lange Trockenperioden und wenig Regen beeinträchtigen die Ernten erheblich. 8,5 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht, sagt Malawis Landwirtschaftsminister George Chaponda. Nach statistischen Erhebungen braucht das Land 1,3 Millionen Tonnen Mais, ein Grundnahrungsmittel, um den drohenden Hunger abzuwenden.

© ap Lupe
Malawier mit Lebensmittelspende der UN.
Bereits im April 2016 hatte Malawis Präsident Peter Mutharika aufgrund einer Hungerkrise einen Notstand ausgerufen und die internationale Gemeinschaft um Unterstützung gebeten. Wegen der vom globalen Klimaphänomen El Niño ausgelösten Dürre sind in den Ländern im Süden und Osten Afrikas nach UN-Angaben mindestens 50 Millionen Menschen von Hunger bedroht. "Wir werden erst in einigen Monaten die vollen Auswirkungen der Dürre zu spüren bekommen", sagt Ricardo Pires von Unicef.

Mangelernährung bei Müttern und Kleinkindern
Besonders hart trifft die Dürre Mütter und Kinder. Mangelernährte Mütter können ihre Kinder nicht ausreichend ernähren. Unzureichende Nahrung im frühkindlichen Alter schränkt die körperliche und geistige Entwicklung ein, erklärt Unicef-Mitarbeiterin Margaret Mkandawire. Mehr als 40 Prozent der Kinder in Malawi sind davon betroffen.

Faktoren sind Experten zufolge Armut - und die dadurch bedingt einseitige Ernährung mit Mais - und Durchfallerkrankungen, verursacht durch schmutziges Wasser und mangelnde Hygiene. Zudem kennen die Eltern oft die Symptome für Mangelernährung nicht. Betroffene Kinder sind anfälliger für Infektionskrankheiten. Nach Angaben der Weltbank gilt mehr als die Hälfte der Bevölkerung als arm, 80 Prozent leben von der Landwirtschaft.

Korruption verschlimmert die Lage zusätzlich
Die Krise wird durch mangelnde Finanzen und Korruption noch verstärkt. Nach eigenen Angaben hat die Regierung 30.000 Tonnen Mais importiert und 25.000 Tonnen im Land angekauft, um diese verbilligt an die Bevölkerung abzugeben. Zu mehr reicht es nicht - seit einem Korruptionsskandal 2013 fehlen dem Land ausländische Hilfsgelder, die 40 Prozent seines Budgets ausmachten. Auch wichtige Förderungen für Düngemittel sollen gestrichen werden. Der staatliche Maisverkauf werde durch Korruption unterminiert, sagt John Kapito vom Konsumentenschutzverband Malawis. Beamte verkaufen an private Zwischenhändler, die den Mais zu Wucherpreisen verhökern.

"Wir können den Kopf nicht länger in den Sand stecken, der Klimawandel beeinflusst die Nahrungsmittelsicherheit des Landes", sagt Landwirtschaftsminister Allan Chiyembekeza. Die Regierung will die bewässerte Fläche auf mehr als 200.000 Hektar verdoppeln. Die Kosten dafür belaufen sich auf 2,15 Milliarden Euro. Aber wo das Geld herkommen soll, ist unklar.

Glossar
Malawi
Das südostafrikanische Malawi zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Der "Index der menschlichen Entwicklung" der Vereinten Nationen listet es auf Rang 174 von 187 Staaten.
Glossar
El Niño
El Niño ist Klimaanomalie im südlichen Pazifik. Die Auswirkungen auf das Wettergeschehen zwischen Amerika und Südostasien sind dramatisch.
Andauernde Dürre
Äthiopien droht Hungersnot
Das afrikanische Land erlebt aktuell die schwerste Dürre seit Jahrzehnten. Mehr als zehn Millionen Menschen sind von einer akuten Hungersnot bedroht.