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Biene auf Blüte © dpa Video
Bienen sind nicht die einzigen Bestäuber (Beitrag vom 22. Februar 2016)
Bestäuber in Not
Weltbiodiversitätsrat mit erster Veröffentlichung
Den Bestäubern geht es nicht gut - doch wie schlecht es ihnen geht, ist noch Verschlusssache: Der Bericht des Weltbiodiversitätsrats soll erst noch vorgestellt werden.
Die Mitglieder tagen bis zum 28. Februar 2016 und wollen währenddessen ihren ersten Bericht überhaupt vorstellen. Der Rat wollte "mit dem ersten Bericht in erster Linie ein Beispiel liefern, um zu zeigen, was möglich ist", erläutert Mitautor Dr. Josef Settele. "Das war mit dem Bestäuberthema relativ gut machbar. Es ist ein aktuelles Thema, das leicht öffentlich zu vermitteln ist - Bienen sind positiv besetzt und haben zudem große ökonomische und soziale Relevanz. Die Bedeutung der Bestäubung für die Nahrungsproduktion leuchtet jedem ein."

70 Prozent der über 1300 Feldfrüchte in den tropischen Regionen und 85 Prozent der über 260 in Europa angebauten Feldfrüchte profitieren von der Bestäubung durch Tiere wie Honigbienen, Wildbienen, Tagfalter oder Fledermäuse. Der globale ökonomische Wert der Bestäubung betrug 2009 350 Milliarden US-Dollar, berichtet das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).

Hoher Pestizid- und Düngereinsatz sowie die Umwandlung wertvoller Landschaftsstrukturelemente wie Hecken und Baumreihen in Ackerland verdrängen die Insekten. Dies macht sich auch ökonomisch bemerkbar. Seit 2001 steigen die Produktionskosten für bestäuberabhängige Früchte deutlich stärker als jene, die nicht von Tierbestäubung abhängen. Damit sinkt die Bestäubungsleistung, was sich wiederum in höheren Produzentenpreisen niederschlägt. Und auch die Leistungen der Honigbiene gehen zurück, durch Futtermangel aufgrund geringer Fruchtfolgen zunehmend monotoner Agrarlandschaften, aber auch durch Insektizide und deren Effekte auf ihr Nerven- und Immunsystem, das zu erhöhter Anfälligkeit für Krankheiten und Verlusten durch verirrte Bienen führt, die ihren Stock nicht mehr finden und verhungern.

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IPBES - der Weltbiodiversitätsrat
Der Weltrat für Biologische Vielfalt (IPBES) ist am 21. Januar 2013 in Bonn zu seiner ersten Plenarsitzung zusammengekommen.
Glossar
Biodiversität
"Die Biodiversität gehört zur Lebensqualität der Menschen", sagt der Zoologe Michael Türkay vom Forschungsinstitut Senckenberg.
Bienenfleiß
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