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Greenpeace-Aktisten © dpa Lupe
Greenpeace wird die Verstromung von Braunkohle anders stoppen müssen
"Wir sind raus"
Greenpeace bekommt Braunkohlegebiet nicht
Die Umweltorganisation Greenpeace ist nach eigenen Angaben im Bieterverfahren um den Verkauf der Lausitzer Braunkohle-Sparte von Vattenfall aus dem Rennen.
Der Ausschluss sei von der mit dem Verkauf beauftragten Bank Citigroup mitgeteilt worden, hieß es am 2. November 2015 von der schwedischen Landesorganisation. Die Bank gab auf Nachfrage keinen Kommentar dazu ab. Laut Umweltaktivisten wurde als Grund genannt, dass Greenpeace Nordic nicht beabsichtige, als Bieter aufzutreten.

Greenpeace schwebt ein Stiftungsmodell vor, dessen Startkapital Vattenfall liefern soll. Die Braunkohle-Verstromung in der Lausitz soll dann bis spätestens 2030 beendet werden. Zugleich soll verhindert werden, dass vorher weitere Gruben in Brandenburg und Sachsen aufgeschlossen werden. Greenpeace will sich jetzt mit einem offenen Brief an die schwedische Regierung wenden. Damit soll den Angaben zufolge erreicht werden, dass Umweltaspekte im Verkaufsprozess stärker berücksichtigt werden.

Derzeit betreibt der Vattenfall-Konzern, der zu 100 Prozent dem schwedischen Staat gehört, fünf Gruben und mehrere Kohle-Kraftwerke in der Lausitz. Seit 2014 ist bekannt, dass die Sparte abgestoßen werden soll. Neben Greenpeace hatten auch zwei tschechische Unternehmen ihr Interesse öffentlich bekundet. Wie viele Bieter es tatsächlich gibt, ist unklar. Ein Käufer soll voraussichtlich 2016 feststehen. Der Energiekonzern äußerte sich zum aktuellen Stand nicht. Ein Sprecher sagte: "Es ist ein vertraulicher Verkaufsprozess, deshalb werden wir zu Bietern keine Aussagen machen."

Das sächsische Wirtschaftsministerium erneuerte die Forderung an einen neuen möglichen Eigentümer, allen Verpflichtungen in der Region nachzukommen. Dabei gehe es auch um den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Renaturierung von Kohlegruben. In der Braunkohle-Industrie in der Lausitz arbeiten 8000 Menschen.

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VideoGrüne Braunkohle
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace will nach der erhofften Übernahme des Braunkohle-Geschäfts von Vattenfall den Firmenzweig in ein Ökounternehmen verwandeln. (Beitrag vom 20. Oktober 2015)
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