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Aidaprima Video
Aida hat eingesehen: Dreck ist schlecht für's Image. (Beitrag vom 6. Mai 2016)
Auf sauberer Fahrt
Kreuzfahrtschiff soll umweltfreundlicher sein
Die Reederei "Aida Cruises" ihr neues Flaggschiff in Betrieb genommen. Die 300 Meter lange "Aidaprima" sei das elfte Schiff des Unternehmens und der erste Typ einer neuen Generation.
Die in Nagasaki gebaute "Aidaprima" soll ganzjährig von Deutschland aus zu Kreuzfahrten starten. Aus Umweltschutzgesichtspunkten erhielt sie unter anderem einen Spezialmotor, der außer Marinediesel auch Flüssigerdgas verbrennen kann. Damit kann das Schiff während der Hafenliegezeit Strom für seinen Bordbetrieb auf sauberere Weise erzeugen, sofern vor Ort die nötige Infrastruktur vorhanden ist.

Angesichts strenger werdender Emissionsvorgaben ist Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) ein großes Thema in der Schifffahrt, speziell die Kreuzfahrtbranche sah sich in den vergangenen Jahren scharfer öffentlicher Kritik an der von ihren Riesenschiffen ausgehenden Umweltverschmutzung ausgesetzt. Aida zufolge sollen die beiden Schiffe der nächsten Generation für 2019 und 2020 bereits ganz mit Flüssigerdgas betrieben werden. Daneben setzen Reedereien auch auf weitere Neuerungen wie Abgasreinigungssysteme. Die "Aidaprima" ist darüber hinaus mit einer Technik ausgestattet, die den Rumpf unter Wasser permanent mit einem Teppich aus Luftblasen umgibt. Das senkt den Widerstand und soll den Treibstoffverbrauch laut Reederei um sieben Prozent verringern.

Kreuzfahrtschiffe verbrennen Rückstandsöl
Kreuzfahrtschiff Video
Schiffsabgase sind mit Schwefeldioxid, Ruß und Schwermetallen belastet. (Beitrag vom 18. Januar 2016
80.000 bis 100.000 Todesopfer gehen auf das Konto der "Schadstoffquelle Schifffahrt", sagt der Schweizer Mediziner Nino Künzli. Die Abgase können zu Atemwegserkrankungen bis zu Lungenkrebs führen. "Die sehr kleinen Rußpartikel können sogar über die Lunge in die Blutbahn und dann zum Herz oder ins Gehirn gelangen und so zu einem Herzinfarkt führen oder für eine Alzheimer-Erkrankung verantwortlich sein", sagt Sönke Diesener vom Umweltverband Nabu. Die Kreuzfahrtterminals sind meist nah an dicht besiedeltem Gebiet. Deshalb sind viele Menschen von den Emissionen betroffen.

Die Deutsche Lungenstiftung rät Patienten mit Atemwegserkrankungen, die sich auf eine Kreuzfahrt begeben, sich vor den Abgasen an Bord in Acht zu nehmen. Sonst könnte sich der Gesundheitszustand verschlimmern.

Frachtschiffe machen wesentlich mehr Dreck
Die größeren Schmutzfinken auf den Weltmeeren sind die Frachtschiffe, sie sind deutlich in der Überzahl. Kreuzfahrtschiffe machen nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes nur 0,52 Prozent der zivilen Schifffahrt aus. Auch der Naturschutzbund (Nabu) räumt ein, dass Containerschiffe absolut gesehen die größere Menge giftiger Luftschadstoffe produzieren.

Allerdings weisen Umweltschützer darauf hin, dass manche Kreuzfahrtschiffe einen besonders hohen Energiebedarf haben. Sie haben Klimaanlagen, Sauna und Wellness-Bereiche und manche sogar kleine Brauereien an Bord. Sowohl Kreuzfahrt- als auch Handelsschiffe nutzen nach Angaben des Verbandes Deutscher Reeder während der Liegezeit in den Häfen Hilfsmotoren, die Hauptmaschine werde ausgeschaltet.

Glossar
Schweröl
Wegen seines geringen Preises wird auf den meisten Seeschiffen Schweröl zum Befeuern von Motoren oder Heizkesseln eingesetzt. Zudem müssen Reeder darauf keine Steuern zahlen.
Mediathek
VideoVoller Qualm voraus
Trotz einiger Fortschritte bleibt die Luftbelastung durch Kreuzfahrtschiffe nach Einschätzung der Umweltorganisation Nabu ein ungelöstes Problem. (Beitrag vom 24. September 2014)
Mediathek
VideoDreckschleuder Schiff
Laut der Vereinten Nationen stammen 16 Prozent aller Schwefelemissionen weltweit aus Mineralölverbräuchen von Schiffen. Sie bedrohen Meere, Küsten und Häfen. (Beitrag vom 4. Juli 2013)
Fahren unter Schweröl
Nur in Ausnahmen
In Nord- sowie Ostsee und entlang der Küsten Nordamerikas ist das Fahren mit Schweröl nur erlaubt, wenn die Schiffe mit Filtern ausgestattet sind.