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Storch Video
Störche sparen Energie, wo immer es geht - jetzt auch bei ihren Reisen
Nur noch kurze Reisen
Störche überwintern in Spanien statt in Afrika
Viele Störche fliegen im Winter nicht mehr von der Schweiz nach Afrika, sondern nur nach Spanien: Mülldeponien locken dort mit reichhaltigem Futterangebot.
Auch die Wiederansiedlung der Störche in der Schweiz mit algerischen Jungvögeln könnte Ursache für das veränderte Zugverhalten sein, meint Peter Enggist von "Storch Schweiz". "Die algerischen Störche legen eine viel kürzere Strecke ins Winterquartier zurück. Wir gehen davon aus, dass diese Störche immer noch das gleiche Verhalten haben und nicht mehr nach Afrika, sondern nur noch nach Spanien ziehen, weil das ungefähr die gleiche Strecke ist." Doch auch Tiere aus Deutschland verkürzen die Route.

Für die Vögel sind die Müllhalden zu wahren "Supermärkten" geworden. Sie finden hier nicht nur Nahrung, sondern auch Materialen wie Stoff- oder Plastikstücke, die sie zum Bau ihrer Nester benutzen. Das "Luxusleben" auf dem Müll hat aber auch seine Kehrseite, wissen Ornithologen: Vögel verwechseln zuweilen Plastikröhrchen oder Gummistückchen mit Würmern und verschlucken sie. Sie schneiden sich an Glasscherben und scharfen Kanten von Konservendosen. Oder sie ziehen sich Krankheitserreger zu. Infolgedessen stieg beispielsweise bei den Störchen die Sterberate. Dies wird aber dadurch mehr als wettgemacht, da es ausreichend Nahrung gibt und die Zahl der Geburten stark zugenommen hat.

Die große Müllkippe von Valdomingomez vor den Toren der spanischen Hauptstadt Madrid ist heute ein Vogelparadies. Hunderttausende von Vögeln von über 100 Arten holen sich hier ihre Nahrung. Auch Möwen, die eigentlich an der Küste leben und sich von Fisch und anderen Meerestieren ernähren, zog es zu den Müllhalden ins Landesinnere. Doch die Müllhalden sollen ab 2016 saniert werden.

Auch die spanischen Störche werden immer fauler
Der Ornithologe Ezequiel Martinez schätzte bereits 1999, dass von den 22.000 Störchen in Spanien ein Drittel sich die lange Reise nach Afrika erspart. Diese Vögel unternehmen nur noch einen "Pseudo-Vogelzug", der sie nicht einmal bis zur Straße von Gibraltar führt. Sie bleiben nur noch wenige Monate weg und nicht mehr wie früher ein halbes Jahr. Manche verlassen ihre "Heimatstadt" überhaupt nicht mehr.

In vielen Ländern Europas sind die Störche vom Aussterben bedroht. Auch in Spanien haben sich die natürlichen Lebensbedingungen rapide verschlechtert. Die Flüsse und Bäche sind kanalisiert oder verseucht; der Bestand an Bäumen, in denen die Vögel nisten und mit deren Ästen sie ihre Nester bauen konnten, hat sich stark verringert. Aber die Störche haben sich den veränderten Umständen angepasst. Statt auf Bäumen nisten sie jetzt auf Kirchen, Häusern oder Hochspannungsmasten. Ihre Nahrung picken sie sich aus Essensresten auf den Müllhalden.

Mediathek: Flügel gestutzt
VideoSie durften nicht ziehen
Um 36 neu angesiedelte Störche aus Algerien am Fortziehen zu hindern, hatte der Ornithologen Max Bloesch den vom Aussterben bedrohten Vögeln die Flügel gestutzt.
Interaktiv
Die Reisen der Zugvögel
Zugvögel legen zwei Mal im Jahr große Strecken zurück - einige sogar mehrere tausend Kilometer. Erfahren Sie mehr über die Flugrouten einiger bekannter Vogelarten.
Weißstörche bleiben
Heimatverbunden
Heute brüten im Elsass wieder 560 Storchenpaare, nachdem der Vogel in der Region schon fast ausgestorben wäre. Viele Tiere verzichten im Winter auf den riskanten Zug nach Süden.
Störche füttern oder nicht?
Hungrige Schnäbel
"Wir sind dafür, Störche nicht zu füttern, damit sie Chance haben, ihrem Instinkt zu folgen und abzufliegen", sagt Oda Wieding vom Bayrischen Bund für Vogelschutz.