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Maiskolben Video
Die Maissorte 1507 produziert ein Insektengift gegen den Maiszünsler
Der Gentechmais kommt
Keine klaren Mehrheiten im EU-Parlament
Der umstrittene genmanipulierte Mais 1507 steht vor einer Zulassung in der Europäischen Union. Bei einer Sitzung der EU-Staaten gab es keine Mehrheit gegen eine Anbauerlaubnis.
Das sagte der griechische Außenminister Evangelos Venizelos als Vorsitzender des Treffens am 11. Februar 2014 in Brüssel. Da es auch keine klare Mehrheit für die Zulassung gab, liegt die Entscheidung nun bei der EU-Kommission. Deutschland hatte sich enthalten, weil es in der Bundesregierung keine klare Linie gibt: SPD und CSU lehnen den Anbau ab, die CDU ist dafür.

Grundlegende Daten für die Risikobewertung fehlen
"Bisher sind die Risiken dieser Genmais-Sorte für Umwelt und Natur völlig ungeklärt", sagt die Fraktionschefin der Grünen im EU-Parlament, Rebecca Harms. "Bisherige wissenschaftliche Untersuchungen weisen sogar auf erhebliche Gefahren für Schmetterlinge und andere Tiere hin." Das von der Pflanze selbst produzierte Insektengift greife nicht allein den Maiszünsler an, sondern gefährde dazu Wild- und Honigbienen, warnen auch die deutschen Imkerverbände. Dies habe die EFSA aber ebenso unzureichend untersucht wie mögliche Folgen der Resistenz gegen das als fortpflanzungsgefährdend eingestufte Glufosinat für die Umwelt, kritisiert Greenpeace und folgert: "Grundlegende Daten für eine ausreichende Risikobewertung fehlen."

Das sieht der Hersteller anders. "Seit dem Antrag auf die Anbauzulassung 2001 haben wir, ich kann gar nicht sagen, wie viele, Langzeitstudien von unabhängigen Wissenschaftlern vorgelegt, um die Ungefährlichkeit zu beweisen", sagt Pioneer-Dupont-Sprecher Mate.

Pflanze schützt sich mit Gift vor dem Maiszünzsler
Die Pflanze wurde im Labor so verändert, dass sie gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat resistent ist. Außerdem produziert der Mais ein Insektengift, um sich vor dem Maiszünsler zu schützen. Mit dem Schädling haben auch deutsche Bauern zu kämpfen: Die Raupen des Falters fressen sich durch die Maispflanzen und machen sie anfälliger für Pilzbefall. Schätzungen zufolge zerstört das Insekt jährlich vier Prozent der weltweiten Maisernte.

"Wenn Landwirte Probleme mit dem Maiszünsler haben, ist unser Produkt eine Option für sie", sagt der Sprecher von Pioneer Dupont Europa, Jozsef Mate.

Doch in Europa und ganz besonders in Deutschland sind Gentechnik und der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen umstritten. In Deutschland sprechen sich 88 Prozent der Bevölkerung gegen den Anbau von Gentechpflanzen aus, laut einer Umfrage, die von der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Auftrag gegeben wurde.

Mediathek
VideoKein klares Nein, also ja
EU stimmt über Anbau des Gentechmais' 1507 ab (Bericht vom 7. Februar 2014)
Gespräch
VideoZum Thema sprachen wir am 7. Februar 2014 mit Christoph Then von "Testbiotech".
Glossar
Grüne Gentechnik - alte Gene in neuen Pflanzen
Bisher wird die "Grüne Gentechnik" weltweit vor allem bei der Produktion von Soja, Mais, Raps, Baumwolle, Tomaten und Kartoffeln eingesetzt.
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