Montag bis Freitag 18.30 Uhr
Kalender
August 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
31
01
02
03
04
05
06
0708091011
12
13
141516
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
Giftmüllfässer Video
Die Deponie im Salzbergwerk Herfa-Neurode soll bis zu 10.000 Jahre bestehen
Tief unter der Erde und doch noch gefährlich
In16 Endlagern in Deutschland lagert Giftmüll
Unfälle in französischen und deutschen Giftmülldeponien unter Tage zeigen, dass es keine absolute Sicherheitsgarantie gibt.
In Zscherben (Sachsen-Anhalt) stürzten 1999 in einer Tiefe von 600 Meter Stollen des Salzbergwerks Teutschenthal ein. Die Folge war ein Erbeben der Stärke 5,6. Dies geschah, obwohl die Planer beim Bau Giftmüll zum Stabilisieren einsetzten. Ein weiterer Unfall ereignete sich 2002 im Endlager Stocamine im Elsass. Nur drei Jahre zuvor nahm die Anlage als größte und sicherste in Frankreich ihren Betrieb auf. Ein Brand beschädigte die Deponie schwer. Laut dem Gutachten des französischen Bergbauinstituts wird Stocamine vielleicht schon in 100 bis 150 Jahren mit Grundwasser volllaufen.

Die Unfälle in deutschen und französischen Anlagen sind bereits analysiert. Für Stefan Alt, Geologe am Öko-Institut in Darmstadt, wurden die Deponien schlecht geplant: "Man hat vielleicht auch Fehler oder Fehlentwicklungen, die zu erkennen gewesen wären, nicht so weit ausgewertet." An Alternativen zum Lagern von Giftmüll mangelt es jedoch. So wird man auch weiterhin die giftigsten Stoffe in den 16 verschiedenen Endlagern in Deutschland aufbewahren müssen.

Deponie soll bis zu 10.000 Jahre bestehen
Mehr als zwei Millionen Tonnen Giftmüll lagern etwa im Salzbergwerk Herfa-Neurode im Norden der Röhn. Das Lager soll über Jahrtausende hinweg bestehen. Seit 1972 wird dort Giftmüll aus dem In- und Ausland gelagert. Dazu gehören Pestizide, Arsen und Chemieabfälle - prinzipiell alles, was weder radioaktiv, noch explosiv ist. Jährlich kommen bis zu 80.000 Tonnen Müll aus ganz Europa hinzu. Die Abfälle stammen aus der Industrie, aus Müllverbrennungsanlagen und Altlastensanierungen. Mit einer Fläche von 400 Quadratkilometern ist die Anlage die weltweit größte Untertagedeponie. Der hier gelagerte Giftmüll würde ausreichen, um die gesamte Menschheit zu vergiften.

Über Tage lässt nichts auf das riesige Endlager schließen. Die Anlage liegt unter einer 100 Meter dicken und wasserundurchlässigen Tonschicht. Darauf folgen 200 Meter Steinsalz. Das Salz spielt bei der Endlagerung gefährlicher Abfälle eine entscheidende Rolle. Bildet sich ein Hohlraum, sickert es langsam ein und umschließt den Abfall. So soll verhindert werden, dass Gase oder Flüssigkeiten an die Giftstoffe gelangen. In der Deponie wird der Müll jedoch nicht nur gelagert, die Abfälle stützen außerdem die Tragpfeiler.

Mediathek: Gefährliche Altlasten
VideoGift unter den Füßen
Böden in 30.000 deutschen Regionen sind mit giftigen Abfällen aus früher Industrieproduktion verseucht; 300.000 Flächen stehen unter Verdacht.
mehr zum Thema