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Stoßzähne und Elfenbeinschnitzereien Video
Illegales Elfenbein kommt vor allem in China und Vietnam auf den Markt
Gipfel gegen Wilderei
Wilderer sind in mafiaähnlichen Banden organisiert
Prinz Charles hat zum Schutz von Tieren in Afrika vor Wilderern aufgerufen. Der britische Thronfolger eröffnete am 13. Februar 2014 in London eine Artenschutzkonferenz.
Vor allem Elefanten und Nashörner seien in Afrika der Wilderei durch mafiaähnlich und terroristisch organisierte Banden ausgeliefert, betonte Charles. "Wie nie zuvor befindet sich Afrika im Krieg, um sein Wild zu schützen", sagte er. Er forderte Länder wie China auf, wirksam die Nachfrage nach Produkten aus Elfenbein und Nashorn einzudämmen. An der Konferenz nehmen Regierungsvertreter aus 50 Ländern teil, darunter auch die deutsche Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Charles und sein Sohn William hatten sich schon vor der Konferenz in einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit gewandt. Deren Motto, "United for Wildlife", riefen sie in Sprachen wie Vietnamesisch, Mandarin oder Arabisch in die Kamera. Nicht ohne Grund: Vor allem in Ländern wie China und Vietnam wird das illegal erlegte Elfenbein in der neuen Oberschicht als Statussymbol gehandelt. Das Horn von Nashörnern gilt als begehrter, wenn auch in seiner Wirkung mehr als umstrittener Inhaltsstoff für die Traditionelle Chinesische Medizin.

"In den letzten Jahren sind jedes Jahr deutlich über 20.000 Elefanten gewildert worden", sagt auch Franz Böhmer vom Fachbereich Artenschutzvollzug des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Zum Teil würden bei einer solchen Jagd in Afrika Hunderte Tiere auf einmal abgeschlachtet.

Ähnlich erschreckend seien die Daten bei Nashörnern. "Allein Südafrika hat im letzten Jahr 1000 Nashörner durch Wilderei verloren", sagt Böhmer. 2013 gab es 18 Großbeschlagnahmungen, bei denen knapp 42 Tonnen Elfenbein sichergestellt wurden, sagt Sylvia Ratzlaff von der Artenschutzorganisation "World Wide Fund for Nature" (WWF). Die Dunkelziffer liegt weit höher.

Korruption in Afrika verschärft Probleme mit Wilderei
"Wir sind im Würgegriff einer internationalen Wildtiermafia", sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. "Die Wilderei ist längst kein Naturschutzproblem mehr." Die Regierungen kommen im Kampf gegen das organisierte Verbrechen - inzwischen zum Milliardengeschäft geworden - kaum nach. Die florierende Korruption in Afrika hilft dabei auch nicht gerade weiter.

Für ein paar Stoßzähne erlösen die Wilderer-Banden Tausende Dollar. Insgesamt schätzen Schutzorganisationen das Geschäft mit Elfenbein, Nashorn, aber auch illegal gefangenen Fischen sowie mit dem illegalen Handel geschützter Hölzer auf bis zu 26,5 Milliarden Dollar jährlich - laut WWF der weltweit viertgrößte Schwarzmarkt nach Drogen- und Menschenhandel sowie Produktpiraterie und noch vor dem illegalen Waffenhandel. Genaue Zahlen gibt es allerdings nicht. "Solche Beträge zu verifizieren, ist natürlich schwer", sagt Böhmer.

Die Hintermänner der Wildererszene schicken - etwa im Krüger-Nationalpark in Südafrika - ganze Hundertschaften von illegalen Jägern los. Oft sind sie besser ausgerüstet als ihre Gegner. Sie haben Nachtsichtgeräte und exzellente Waffen. Die Wildhüter mussten sich bisher häufig mit Betäubungsgewehren oder gar nur langen Messern behelfen - ein ungleicher Kampf.

Doch inzwischen wird aufgerüstet. Wildhüter in Kenia nehmen inzwischen Unterricht bei britischen Fallschirmjägern. Über der Serengeti in Tansania, wo einst Tierexperte Bernhard Grzimek mit seinem Flugzeug "Flying Zebra" Tiere zählte, kreisen jetzt Drohnen. Die Regierung will damit Wilderer aufspüren. Die deutsche Bundesregierung hat ein Überwachungsflugzeug finanziert, das dabei ebenfalls helfen soll. Kenia hat im Januar 2014 die Strafen für Wilderer drastisch erhöht - zuvor kamen sie oft mit einer läppischen Geldstrafe von unter 1000 US-Dollar davon.

Mediathek
VideoWilderei nimmt zu
2011 wurden doppelt so viele Elefanten wie zehn Jahre zuvor getötet und dreimal so viel illegales Elfenbein konfisziert, so ein Bericht des UN-Umweltprogramms (Unep). (Bericht vom 13. März 2013)
Mediathek
Video"10.000 Elefanten Opfer grausamer Verbrechen"
Bericht vom 15. Januar 2013
Artenschutz-Jubiläum
Tierfreundlich handeln
Am 3. März 1973 wurde das Washingtoner Artenschutzabkommen (Cites) unterzeichnet. Der illegale Handel mit Produkten geschützter Tiere wächst trotzdem.
Mediathek
VideoElefanten schützen
Tansania ist mit dem Versuch gescheitert, das Handelsverbot für Elefantenprodukte zu lockern. Auch eingeschränkter Handel ist verboten. (Beitrag vom 22. März 2010)
Wilderer im Nationalpark
Das erinnert an Krieg
"Heute jagen Wilderer mit Giftpfeilen, das macht es uns sehr schwer", schildert Wildhüter Julius Gayoye vom Nationalpark Tsavo in Kenia.