Montag bis Freitag 18.30 Uhr
Kalender
Dezember 2016
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
28
29
30
0102
03
04
0506070809
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
Forscher auf Gletscher Lupe
Mit einem Bodenradar können Forscher die Dicke eines Gletschers messen
Zu wenig Wasser aus den Bergen
Die schmelzenden Gletscher sind Teil des Problems
Zentralasien leidet seit Jahren unter einer schweren Wasserkrise. Dadurch wird auch die Energie knapp, soziale Unruhen drohen.
Teil 1 der ReportageVideoTeil 1 der Reportage
Teil 2 der ReportageVideoTeil 2 der Reportage

Wasser- und Energiekrisen sind in Zentralasien aus historischen Gründen eng miteinander verwoben. Die fünf zentralasiatischen Republiken waren zu Sowjetzeiten Teil eines überregionalen Systems von Wasser- und Energielieferungen. In den Bergrepubliken Tadschikistan und Kirgistan, in denen die beiden größten Flüsse der Region - Syrdarja und Amudarja - entspringen, bauten die Sowjets Wasserspeicher und Staudämme. Im Herbst, Winter und Frühjahr wurde hier das Schmelzwasser der Hochgebirge gestaut und im Sommer zur Bewässerung der riesigen Baumwoll- und Obstplantagen in die Steppenstaaten Usbekistan, Kasachstan und Turkmenistan abgelassen. Im Winter bekamen die Wasserspender als Ausgleich von ihren Nachbarn Kohle, Öl und Gas zum Heizen.

Mit dem Ende der Sowjetunion brach auch das Verteilungssystem zusammen. Die Steppenstaaten beschweren sich über Wassermangel auf ihren Feldern und werfen ihren Nachbarn vor, das Wasser bereits im Winter zur Gewinnung von Strom zu verwenden. Die Bergrepubliken hingegen wehren sich mit den Argumenten, ihre Nachbarn lieferten unzureichend Heizmaterial für die kalten Wintermonate. Ein umfassendes Wassermanagement oder koordinierte Energie-Abkommen gibt es in der Region nicht.

Die Hintergründe für die Wasserknappheit sind umstritten. Einige Experten sprechen von regelmäßigen Dürre-Zyklen - andere machen den Klimawandel verantwortlich. UN-Angaben zufolge haben sich in den vergangenen dreißig Jahren die Gletscher der Region um fünf Prozent zurückgebildet, was einen Rückgang des Wasservolumens um 15 Prozent bewirkt habe. Den Prognosen zufolge wird der Klimawandel die Wasserkonflikte zwischen den Staaten und somit auch die Gefahr sozialer Unruhen weiter verschärfen. "Zentralasien wird unter längeren und extremeren Trockenperioden leiden", sagt Urlan Matejew, von den Vereinten Nationen.

Um Trockenheit und Klimawandel langfristig begegnen zu können, ist die Region auf internationale Hilfe angewiesen. Es sei dringend notwendig, schon heute Projekte und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel durchzuführen, meint Matejew, zumal die Staaten selbst nur zögerlich handelten.

Aralsee trocknet aus
Ein See verschwindet
Mit einem dramatischen Appell zur Rettung des fast ausgetrockneten Aralsees hat sich die Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan an die Vereinten Nationen gewandt.
makro
Zentralasien
Kasachstan ist fast acht Mal so groß wie Deutschland, hat aber kaum mehr Einwohner als Nordrhein-Westfalen. Das zentralasiatische Land besitzt jedoch etwas, was Deutschland fehlt: Rohstoffe.
mehr zum Thema