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WWF-Studie
Nicht jede Sau hat das Schwein, Soja ohne Extra-Gene zu bekommen
Gentech-Soja überall
WWF-Studie findet manipulierte Gene im Futter
Nahezu alle Hühner und Schweine in der konventionellen Eier- und Fleischproduktion in Deutschland werden mit gentechnisch verändertem Soja gefüttert.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Umweltschutzorganisation "World Wide Fund for Nature" (WWF). "Gentechnik landet mit Fleisch, Eiern oder Käse auf unseren Tellern, ohne dass wir es wissen", sagt Birgit Wilhelm. "Lebensmittel von Tieren, die mit gentechnisch verändertem Futtermittel gefüttert werden, müssen nämlich bisher nicht gekennzeichnet werden."
Die jetzige Regelung sei unsinnig: Während der Anbau von gentechnisch veränderten Sojabohnen zurecht in der gesamten EU untersagt sei, müsse Fleisch aus gentechnisch gefütterten Tieren nicht gekennzeichnet werden. Den Fleischwirten schlägt der WWF vor, auf nur geringfügig teureres gentechnikfreies Soja oder auf einheimisches Futter - wie Ackerbohnen oder Erbsen - zurückzugreifen. Die Ausrede, dass gentechnikfreies Soja nicht im ausreichenden Umfang verfügbar sei, ließ Wilhelm nicht gelten, nach der WWF-Studie halte der Weltmarkt die benötigte Menge bereit. "Die Käufer müssen lediglich größere Mengen gentechnikfreie Ware bestellen. Dann werden auch wieder größere Mengen gentechnikfreies Soja angebaut", sagte Wilhelm.
Angesprochen auf die steigende Fleisch- und Futtermittelnachfrage in den Schwellenländern sagte Wilhelm: "Auch wenn wir im Verhältnis zu anderen aufstrebenden Ländern immer weniger importieren, ist Europa immer noch ein großer Abnehmer - groß genug, um das Anbauverhalten dauerhaft zu beeinflussen. Europa muss vorangehen, irgendwo muss es ja anfangen."
Es sei ökologisch unverantwortlich, in riesigen Monokulturen Sojabohnen anzubauen, erst recht, wenn diese mittels Gentechnik resistent gegen Totalherbizide seien, erklärte Wilhelm. Totalherbizide sind Unkrautbekämpfungsmittel, die gegen alle grünen Pflanzen wirken. Die Folgen für das Ökosystem seien unübersehbar.
Wilhelm veranschaulicht die Gefahr anhand des Beispiels von Antibiotika: würden diese zu häufig eingesetzt, mutierten die Bakterien und seien irgendwann nicht mehr kontrollierbar. Hier habe die Menschheit begriffen, dass der inflationäre Einsatz gefährlich sei. Genauso verhalte es sich aber auch mit Pflanzen. Außerdem würden durch Totalherbizide viele regionale Arten unwiederbringlich ausgerottet, wodurch das Ökosystem ebenfalls ins Ungleichgewicht gebracht würde.
WWF-Schätzungen zufolge sind 80 Prozent der 4,5 Millionen Tonnen Soja für den deutschen Markt aus gentechnisch veränderten Bohnen. Sojaöl und -schrot würden aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts massenhaft in der Fleischproduktion eingesetzt und dafür vor allem aus den USA, Argentinien und Brasilien importiert.
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