Montag bis Freitag 18.30 Uhr
Kalender
August 2016
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
1516171819
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
Kampf gegen das Feuer Video
Kontrollierte Feuer sollen Waldbränden die Nahrung entziehen und sie löschen
Waldbrände befeuert
Klimawandel und Brandrodungen verheerend
"In vielen Regionen nehmen die Feuer nicht nur an Fläche zu, sondern werden auch in ihren Auswirkungen sehr viel schwerwiegender", sagt Prof. Johann Georg Goldammer.
Ursachen seien die zunehmenden Brandrodungen, bei denen die Feuer immer wieder außer Kontrolle geraten und der Klimawandel, der in vielen Gebieten zu anhaltenden Dürreperioden führt, so der Forscher vom "Global Fire Monitoring Centre" (GMFC) in Freiburg.

Forscher kämpfen mit Feuer gegen Waldbrände
"Außerdem geht die junge Generation in die Stadt und die Dörfer vergreisen", so Goldammer. "Die Intensität der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Weidewirtschaft lässt nach und damit verwildert das Land. So finden Feuer in Südeuropa und insbesondere in Südosteuropa immer mehr Nahrung." Goldammer und seine Kollegen setzen im Kampf gegen Feuer auf Feuer: Sie brennen das leicht entzündliche Bodenmaterial rechtzeitig heraus, ohne den Wald zu schädigen. Entsteht später ein Wildfeuer, findet dies nicht mehr genügend Nahrung und bleibt ungefährlich.

Doch diese Technik ist nicht ohne Risiko. "Das erfordert wiederholtes Trainieren und dennoch kann ich nur sagen, dass selbst Kollegen in den USA schon einige Feuer außer Kontrolle geraten sind, wenn dann doch das Wetter - das ist der Hauptfaktor - nicht so ganz mitgespielt hat", sagt Goldammer. "Dann schlägt der Wind um und plötzlich wird aus einem Feuer, das gegen den Wind läuft, ein Mitwindfeuer und das entwickelt sich völlig anders."

WWF: Waldbrände häufig von Menschen verursacht
Die verheerenden Feuer in den Wäldern Südeuropas sind nach Angaben des Umweltorganisation "World Wide Fund for Nature" (WWF) nahezu immer von Menschen ausgelöst worden. Zwar begünstige die extreme Hitze die Feuer im Mittelmeerraum, sagte WWF-Waldexperte Philipp Göltenboth im August 2012. Von Portugal bis Griechenland zeige sich aber, dass 96 Prozent aller Feuer von unachtsamen Menschen verursacht würden. Glasscherben von weggeworfenen Flaschen, die wie Brenngläser wirken, Zigarettenstummel oder außer Kontrolle geratene Feuer auf Feldern zählten zu den häufigsten Brandursachen. In Italien zündelten Brandstifter häufig im Auftrag krimineller Bodenspekulanten.

Zwei Tote bei Waldbränden in Spanien
Zwei Feuerwehrleute sind bei der Bekämpfung eines Waldbrandes in der ostspanischen Provinz Alicante ums Leben gekommen. Auf der Kanareninsel La Gomera wurden fast tausend Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht. 3000 weitere warteten am Hafen von Valle Gran Rey, um die Ferieninsel je nach Lage notfalls ebenfalls per Boot zu verlassen, sagte Candelaria Ceballos, Sprecherin der Kanarischen Regionalregierung. Die Feuerwehrmänner erlagen nach Angaben der Rettungsdienste am Sonntag und Montag Verletzungen, die sie beim Kampf gegen die Flammen erlitten hatten.

Spanien leidet unter einer extremen Trockenheit, das Land erlebte 2012 die meisten Brände seit zehn Jahren. In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden 132.300 Hektar Land von den Flammen zerstört. Nach dem trockensten Winter seit 70 Jahren hat das Feuer in Spaniens Wäldern leichtes Spiel.

Schwere Waldbrände wüten auch in Kroatien
Die Sommerhitze hat in Kroatien und Bosnien schwere Waldbrände ausgelöst. In Kroatien gingn seit 12. August 2012 insgesamt 1500 Hektar Land in Flammen auf, wie die Behörden mitteilten. Vor allem Pinienwälder, aber auch Busch- und Grasland, Olivenhaine und Weinstöcke brannten. Betroffen waren die Gegenden von Skradin und Komin im dalmatinischen Hinterland. In der Region von Komin drohten die Flammen auf Wohnhäuser überzugreifen. Hunderte Feuerwehrleute sowie Soldaten waren im Einsatz.

In weiten Teilen Griechenlands Entspannung
In Griechenland entspannte sich die Lage bei einem Waldbrand nahe der Mönchsrepublik am Berg Athos. Nachdem in der Nacht zum Sonntag ergiebiger Regen einsetzte, konnten die Löschflugzeuge und -hubschrauber am Boden bleiben, die Feuerwehr versuchte die letzten Brandherde zu ersticken. Zwei weitere große Brände wüteten indes im Westen der Halbinsel Peloponnes.

Interaktiv
© dpaDie Waldbrände auf den Kanaren
(Flash-Animation)
Glossar
Kanarische Inseln
Die Kanaren sind eine zu Spanien gehörende Inselgruppe im Atlantik. Sie liegen nur 100 Kilometer vor der Nordwestküste Afrikas auf Höhe der Sahara.
Hohes Venn
Die Natur kehrt zurück
"Das ist nicht der Super-Gau für das Naturschutzgebiet", sagt Yves Pieper, Leiter des Forstamtes im belgischen Verviers über die Folgen des Brands im Hohen Venn.
mehr zum Thema