Montag bis Freitag 18.30 Uhr
Kalender
April 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
27
28
29
30
31
01
02
0304050607
08
09
10111213
14
15
16
17
1819
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
Gärtnern Video
In den Berliner Prinzessinnengärten darf jeder einmal ran an die Beete
Sesshafte Nomaden
1000 Berliner Gärtner bangen um ihr Grundstück
Die Betreiber des Berliner Prinzessinnengartens fürchten um ihre Existenz - sie wollen mehr sein als nur Zwischennutzer einer Brachfläche.
Verpflanzen lasse sich der Garten jetzt nicht mehr, betonte Marco Clausen: "Er ist kiezbasiert und lebt von den sozialen Beziehungen vor Ort." Das Grundstück soll verkauft werden. Eine Weiternutzung durch die Gärtner sei aber nicht ausgeschlossen, sagte die Sprecherin des Liegenschaftsfonds, Irina Dähne. Kritik am geplanten Verkauf kam von der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus.

Clausen will, dass der Garten ein Modell für andere Projekte wird. Er brauche dazu einen langfristigem Mietvertrag. Der Prinzessinnengarten in Kreuzberg verbinde soziales und kulturelles Engagement und habe einen positiven Einfluss auf die Kiezentwicklung inmitten eines sozialen Brennpunkts, unterstreicht auch Antje Kapek, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Grünen. Mit dem geplanten Verkauf setze der Senat falsche Prioritäten.

"Die Betreiber wussten von Anfang an, dass sie nur Zwischennutzer sind. Uns hat damals bei der Vergabe der Fläche der nomadische Charakter überzeugt", betonte die Liegenschaftsfonds-Sprecherin Dähne. Welche Nutzungskonzepte es für die Zukunft gibt, werde derzeit mit der Bezirksverwaltung diskutiert. "Es gibt verschiedene Varianten", sagte Dähne, ohne Details zu nennen.

Als "Nomaden" haben Clausen und Robert Shaw den Prinzessinengarten auf einer Kreuzberger Brachfläche seit 2009 aufgebaut. Die Idee war es, einen Garten anzulegen, der jederzeit wieder umziehen kann. Er hat sich zu einem erfolgreichen Vorzeigeprojekt für urbanes Gärtnern entwickelt. In Bäckerkisten, Reissäcken und Tetrapacks wachsen auf dem 5500 Quadratmeter großen Areal 400 verschiedene Pflanzensorten. 1000 Menschen engagieren sich dort jährlich. Nach Angaben der Betreiber, die die gemeinnützige "Nomadisch Grün GmbH" gegründet haben, kommen zudem jährlich 40.000 Besucher aus dem In- und Ausland.

Trend
Guerilla für mehr Grün
Sie sind bewaffnet mit Schaufeln, Primeln, Hornveilchen und zarten Kohlrabi-Setzlingen: Weltweit sind "Guerilla-Gärtner" im Einsatz.
"Urban Farming"
Hühner, Ziegen und Salat aus der Stadt
Landwirte züchten Schweine, Ziegen und Hühner in Städten wie London, Berlin, Tokio oder im rheinland-pfälzischen Andernach.