Afrikaner an Busch Video
Mit einfachen Maßnahmen wollen Afrikaner die eindringende Wüste stoppen
Mit Baumstümpfen gegen die Wüste
Einfache Maßnahmen statt großer "grüner Mauer"
Der Australier Tony Rinaudo setzt auf existierende Baumstümpfe, um Afrikas Wüsten zu begrünen: "Aus ihnen wachsen kleine Triebe."
Man müsse sie nur pflegen: "die schwachen Triebe abschneiden, von den starken zwei oder drei stehen lassen." Das sei entschieden einfacher, als zahllose Bäume für eine "grüne Mauer" neu zu pflanzen. "Die Green Wall ist ökologischer Schwachsinn", schimpft Chris Reij von der Uni Amsterdam: Nur jeder vierte Setzling überlebe auch nur die ersten Trockenperiode.

Grüne Mauer soll Ausbreitung der Sahara stoppen
2005 hatte die Afrikanische Union den Beschluss zu einer "Grünen Mauer" gefasst, die die Ausbreitung der Wüsten bekämpfen soll. Sie soll mindestens 5 Kilometer breit und 7000 Kilometer lang sein und damit etwa von Dakar im Westen nach Dschibuti im Osten Afrikas reichen. Gepflanzt werden sollen - möglichst von der jeweils einheimischen Bevölkerung, mit Unterstützung von Agrarexperten - einheimische Bäume und Sträucher sowie andere Pflanzen, die sowohl als Nahrung für den Eigenbedarf als auch als Rohstofflieferanten für den Export geeignet sind.

Vier von fünf Setzlingen werden Senegalakazien (Acacia senegal) sein, aus deren Saft der Lebensmittelzusatz Gummi arabicum gewonnen wird. Die Früchte der Wüstendattel (Balanites aegyptiaca) kann man essen, das Öl der Purgiernuss (Jatropha curcas) wird zu Biodiesel verarbeitet. Diese Pflanzen wachsen auf sandigen Böden und brauchen wenig Wasser. Regenrückhaltebecken sollen dafür sorgen, dass die Senegalesen das ganze Jahr über Landwirtschaft treiben können. Bestehende Wälder und Plantagen sollen mit Neuanpflanzungen zu einem durchgängigen Band vernetzt werden.

Wachsende Wüsten bedrohen viele Menschen
Die Ausbreitung von Wüsten bedroht nach Einschätzung von US-Forschern in großem Ausmaß die Lebensräume von Menschen. Besonders dramatisch seien die Verluste an bewohnbaren und landwirtschaftlich nutzbaren Flächen in China und Nigeria, berichteten Wissenschaftler des "Earth-Policy-Instituts". Als Hauptgründe nannten die Umweltforscher Überweidung und falsche Ackerbaumethoden sowie den Anstieg des Meeresspiegels infolge des Klimawandels.

In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, hat sich den Forschern zufolge die Zahl der Einwohner seit 1950 von 33 Millionen auf 134 Millionen Menschen erhöht. Die Zahl der Nutztiere sei von 6 Millionen auf 66 Millionen gestiegen. Menschen und Tiere beanspruchten das Land viel zu stark, und die Wüstenbildung zerstöre in Nigeria jährlich mehr als 3000 Quadratkilometer Acker- und Weideland. In Nordafrika drängt die stetig wachsende Wüste Sahara immer mehr Menschen in Richtung Mittelmeer, so das Institut.

"Wir haben einen Rückgang der Niederschlagsmengen und ohnehin nur sehr schwache Niederschläge von etwa 200 Millimeter bis zu 600 Millimeter weiter südlich", weiß Prof. Abdoulaye Dia, Direktor des Instituts für Geowissenschaften. "Weil es weniger regnet, verschwindet die Grasnarbe, die die fruchtbare Humusschicht gehalten hat."

Auch China versucht sich an einer "grünen Mauer"
Auch China versucht sich mit einer "grünen Mauer" aus der Affaire zu ziehen: Der mit 1,3 Milliarden Menschen bevölkerungsreichste Staat der Welt, hat von 1950 bis 1975 durch Wüstenbildung pro Jahr durchschnittlich 1,56 Quadratkilometer Nutzfläche verloren. Seitdem haben sich die Wüsten noch schneller ausgebreitet. Die chinesischen Wüsten sind 2000 auf 3600 Quadratkilometer Nutzland vorgedrungen. Nach chinesischen Angaben wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Norden und Westen der Volksrepublik 24.000 Dörfer aufgegeben oder weitgehend verlassen.

Glossar
Desertifikation
Der Begriff Desertifikation steht für das Veröden von Landstrichen durch zu intensive wirtschalftliche Nutzung des Menschen.
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