Waldbrand Video
Im Sommer wird es heißer und trockener, die Gefahr für Waldbrände steigt
Extremregen und Dürre
2011 war das viertwärmste Jahr seit Messbeginn
Der Klimawandel verändert nach Aussage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) künftig die Großwetterlagen in Deutschland mit teils dramatischen Folgen.
Die Winter in Deutschland würden laut Klimaprojektionen bis zum Ende des Jahrhunderts im Mittel nasser und milder, erläuterte Klaus-Jürgen Schreiber, Leiter der Abteilung Klimaüberwachung im DWD. Daher sei mit mehr Überschwemmungen und "Niederschlagsextremen mit riesigen Schäden" zu rechnen, auf die sich insbesondere der Hochwasserschutz vorbereiten müsse.

Zugleich würden die Sommer im gleichen Zeitraum immer wärmer und trockener mit einer wachsenden Zahl von extremen Hitzewellen, sagte Schreiber. Dürreperioden führten nicht nur zu Ernteeinbußen, es drohten auch Probleme bei der Wasser- und der Energieversorgung.

Die Temperaturen in Deutschland und weltweit steigen unvermindert weiter. Das Jahr 2011 war mit einer Durchschnittstemperatur von 14,4 Grad Celsius 0,4 Grad wärmer als der langjährige Mittelwert, teilte der DWD am 3. Mai 2012 auf seiner Jahres-Pressekonferenz in Berlin mit. In Deutschland lagen die Temperaturen demnach sogar um 1,4 Grad über dem langjährigen Mittelwert von 8,2 Grad Celsius. 2011 war damit in Deutschland das viertwärmste Jahr seit Beginn der landesweiten Messungen 1881.

Deutschland hatte 2011 den sonnenscheinreichsten Frühling seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der November war darüber hinaus der trockenste Monat, der in Deutschland je beobachtet wurde, teilte der DWD mit. Die Meteorologen warnten davor, angesichts einiger kalter Tage oder sonstiger Ausnahmen die Temperaturerhöhung infrage zu stellen.

In den vergangenen dreißig Jahren waren nach Angaben des DWD weltweit 28 Jahre zu warm, in Deutschland 24. Darüber hinaus traten die fünf wärmsten Jahre der 130-jährigen Zeitreihe des DWD innerhalb der letzten drei Jahrzehnte auf. Klimatologen gehen international bei ihren Berechnungen von den Durchschnittstemperaturen zwischen 1961 und 1990 als Normalwerten aus. Die genannten Zahlen beziehen sich also auf Abweichungen von diesen Werten.

"Kein Land wird vom Klimawandel verschont bleiben"
Der DWD forderte die Politik dazu auf, sich dringend besser auf den Klimawandel einzustellen und vorzusorgen. "Kein Land wird von den Folgen des Klimawandels verschont bleiben, kein Land kann diese Herausforderung alleine stemmen", sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker. Die Ergebnisse der Klimaforschung müssten bei Bund, Ländern und Kommunen umfassend in Entwicklungspläne und gesetzliche Regelungen einfließen, forderte er.

Bei den weltweiten Treibhausgasemissionen ist dem DWD zufolge keine positive Trendwende in Sicht. 2010 entließen die Menschen demnach knapp 31 Milliarden Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids in die Atmosphäre, so viel wie nie zuvor. Für 2011 gibt es noch keine weltweiten Zahlen. Deutschland verringerte 2011 seine Kohlendioxid-Emissionen nach Angaben des Umweltbundesamtes um zwei Prozent.

Glossar
Der Treibhauseffekt
Der Treibhauseffekt wird nicht nur durch Kohlendioxid, sondern auch durch Wasserdampf, Stickstoffdioxid (NO2), Methan (CH4) und Ozon (O3) hervorgerufen.
Interaktiv
Klima am Scheideweg
Im Amazonas-Regenwald oder im Grönländischen Eisschild könnten schon kleine Veränderungen schwere Folgen für das Klima haben, fanden Klimaforscher aus Potsdam heraus.
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