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Wildschweine © dpa Video
Die Wildschweinjagd ist wieder aktuell: Die Tiere vermehren sich enorm
Wildschweine auf dem Vormarsch
Schwarzwild erobert Europa - Jäger viel zu tun
Auch in Baden-Württemberg wächst die Wildschweinpopulation. Nicht jeder freut sich darüber: Anwohner und Landwirte klagen über Schäden.
Wildschweine vermehren sich in ganz Europa enorm. Allein in Deutschland haben Jäger in der Saison 2010 / 2011 insgesamt 585.000 Tiere erlegt. In Frankreich waren es eine halbe Million, in Polen 140.000, in Österreich mehr als 37.000. In der Alpenrepublik habe sich die Zahl seit 1975 verzehnfacht, sagte der Sprecher des Deutschen Jagdschutzverbandes, Torsten Reinwald. "Die hohen Abschusszahlen zeigen, dass Schwarzwild überall auf dem Vormarsch ist." Die Tiere seien inzwischen auch in Nordamerika und Asien heimisch geworden. In Japan hätten die Jäger in jener Saison 310.000 Wildschweine erlegt - viermal so viele wie 1975.

Bundesweit nahm die Zahl der Abschüsse laut Verband in der Saison 2010/2011 im Jahresvergleich um mehr als ein Drittel zu und liegt damit fünfmal so hoch wie vor 35 Jahren. Natürliche Feinde haben ausgewachsene Wildschweine keine.

Im Bundesländer-Vergleich wurden die meisten Wildschweine in Brandenburg geschossen (72.500), gefolgt von Hessen (68.000), Rheinland-Pfalz (65.500), Mecklenburg-Vorpommern (64.000) und Bayern (60.500). Reinwald sagt: "Wenn Jäger nicht einschreiten, würden die Wildschweine ihren Bestand jedes Jahr verdoppeln oder sogar verdreifachen. Damit wären enorme Schäden in der Landwirtschaft verbunden."

Tiere haben Schwein bei Nahrung und Fortpflanzung
Im Alter von fünf Monaten können sich die Tiere fortpflanzen, und sogar in den Wintermonaten kommen Frischlinge zur Welt. "Die hätten eigentlich keine Chance, kommen bei den milden Temperaturen aber durch", sagt Reinwald. Nasskaltes Wetter bekomme den Tieren allerdings nicht. Der Anbau von Mais, Raps und Getreide auf großen Feldern biete den anpassungsfähigen Allesfressern Nahrung im Überfluss und Schutz. Der Verband rief die Landwirte auf, insbesondere in Maisfeldern mehr Jagdschneisen anzulegen. Dadurch könnten die Keiler und Bachen besser gejagt werden.

Da Jagen und Schießen in Städten nur in extremen Fällen mit Sondergenehmigungen und hohen Sicherheitsauflagen möglich sind, empfehlen Experten präventive Maßnahmen zur Eindämmung des "Wilddrucks" auf die Städte: Lebensmittel nicht achtlos entsorgen, Parks, Gärten und Friedhöfe hoch und stabil umzäunen und Rückzugsgebiete wie Dornenhecken, Büsche und Unterholz beseitigen.

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