Gewildertes Nashorn © dpa
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Immer mehr Nashörner werden gewildert - ihr Horn bringt Kriminellen viel Geld.
Radarfalle für Wilderer
Ranger im Krüger-Nationalpark rüsten zum Schutz der Nashörner auf
Mit mobilen Radarstationen überwachen die Ranger im Krüger-Nationalpark Stellen, wo Wilderer besonders häufig illegal Jagd auf Nashörner machen.
Das "Southern African Wildlife College" (SAWC) bildet jährlich bis zu 2000 Ranger und andere Fachleute aus dem südlichen und östlichen Afrika für den Einsatz in National- und Wildparks aus.

Auch Mikrochips sollen Nashörner schützen
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Aberglaube kostet die Nashörner ihr Horn und in der Regel damit das Leben
Eine andere Methode zum Schutz der massigen Tiere haben südafrikanische Artenschützer entwickelt: Sie setzen Nashörnern je nach Größe GPS- oder Mikrochips ein, um ihre Spuren zu verfolgen. Die größeren GPS-Chips erlauben, den Weg der Tiere zu verfolgen; die Mikrochips schlagen wenigstens Alarm, wenn ein Horn durch den Zoll geschmuggelt werden soll. "In einem solchen Fall kommen wir zwar zu spät und das Tier ist bereits tot", so Louis Coetzee vom Tierpark Mafikeng. "Aber immerhin haben wir so erheblich mehr Chancen, die Wilderer zu schnappen."

Giftige Mischung im Horn: ungenießbar für Menschen
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Nashörner sind die Lebensgrundlage für Wildreservatsbesitzerin Linda Hern.
Linda Hern, Besitzerin eines Wildreservates in Südafrika, schützt Nashörner vor Wilderern, indem sie ihre Hörner mit einer Mischung aus Parasitenmittel und Farbe behandelt. Pulver aus einem solchen Horn würde starke Übelkeit auslösen und wäre damit wertlos. Würde das Tier dennoch gewildert, könnten die Scanner am Flughafen die rote Farbe erkennen. Hern bietet das Verfahren mittlerweise auch als Dienstleistung für andere Reservate an.

Das Horn erzielt auf dem Schwarzmarkt hohe Preise
Gewildertes Nashorn © dpa
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Immer mehr Nashörner werden gewildert - ihr Horn bringt Kriminellen viel Geld
In ganz Südafrika fielen im vergangenen Jahr 1175 Nashörner Wilderen zum Opfern, 40 weniger als 2014: Seinerzeit hatten Wilderer in Südafrika nach Angaben des dortigen Umweltministeriums so viele Nashörner abgeschlachtet wie nie zuvor: 1215 Tiere. Damit wurde der Höchststand von bis dahin 1004 getöteten Tieren von 2013 nochmals um gut 20 Prozent übertroffen, wie das Umweltministerium mitteilte. Mehr als zwei Drittel der Tiere wurden im auch bei Touristen sehr beliebten Krüger-Nationalpark getötet.

Wilderer verkaufen die Hörner der Tiere mit großem Gewinn nach Asien, insbesondere nach Vietnam, wo sie in der traditionellen Medizin verarbeitet werden. Die Zahl der getöteten Tiere ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Noch 2010 wurden von Wilderern 333 Tiere getötet. "Die Nashorn-Wilderei breitet sich wie ein Flächenbrand immer weiter im südlichen Afrika aus", kommentierte der Artenschutz-Experte des "World Wide Fund for Nature" (WWF) World Arnulf Köhncke diese Zahlen.

Der Krüger-Park, dessen Größe etwa der Fläche Israels entspricht, grenzt an Mosambik. Südafrikanischen Beamten zufolge kommen die meisten Wilderer über die offene Grenze in den Park und fliehen dann nach dem Erlegen der Tiere mit dem Horn wieder nach Mosambik, wo sie nicht belangt werden. Südafrika hat bereits ein Programm gestartet, Nashörner in sicherere Gebiete umzusiedeln.

Das Horn der Tiere wird unter anderem zum Fiebersenken in der traditionellen Medizin verwendet - auch wenn es keinerlei wissenschaftlichen Nachweis gibt, dass das hilft. Ein Gramm Horn kann mehr als 120 Euro kosten. Durch die nicht nachlassende Nachfrage in Vietnam und China hat die Nashorn-Wilderei in Afrika dramatische Ausmaße angenommen.

Glossar
Südafrika
Südafrika ist mit 1,2 Millionen Quadratkilometern fast vier Mal so groß wie Deutschland. Traurige Berühmtheit erlangte der Staat mit seinem Apartheid-Regime.
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