Nashorn Video
Aberglaube kostet die Nashörner ihr Horn und in der Regel damit das Leben
Mikrochips sollen Nashörner schützen
Das Horn erzielt auf dem Schwarzmarkt hohe Preise
Südafrikanische Tierschützer setzen Nashörnern je nach Größe GPS- oder Mikrochips ein, um ihre Spuren zu verfolgen.
Die größeren GPS-Chips erlauben, den Weg der Tiere zu verfolgen; die Mikrochips schlagen wenigstens Alarm, wenn ein Horn durch den Zoll geschmuggelt werden soll. "In einem solchen Fall kommen wir zwar zu spät und das Tier ist bereits tot", so Louis Coetzee vom Tierpark Mafikeng. "Aber immerhin haben wir so erheblich mehr Chancen, die Wilderer zu schnappen."

Wilderer töten in Südafrika immer mehr Nashörner
Lupe
Nashörner leben in Südafrika gefährlich: Banden wollen das Horn
In den ersten zehn Monaten des Jahres 2011 haben Wilderer in Südafrika mehr als 340 Nashörner getötet - mehr als in den Jahren zuvor. 2010 waren insgesamt 333 Nashörner illegal getötet worden - dreimal so viele wie noch 2007. Dies sei ein Rekordhoch, berichtete die Umweltorganisation "Worldwide Fund for Nature" (WWF) am 3. November 2011 in Kapstadt. Die Nachfrage nach den Hörnern der Tiere in Südostasien, wo für das Kilogramm mehr als 50.000 Euro bezahlt würden, gefährde zunehmend auch den Nashörner-Bestand in Afrika und Südasien. Dem zu Pulver gemahlenen Horn werden - medizinisch nicht nachweisbare - Heilkräfte nachgesagt. Aus Vietnam hatte der WWF in der Woche zuvor berichtet, dass mit dem Fund eines gewilderten Java-Nashorns das Tier in dem südostasiatischen Land als ausgestorben gilt.

Die je nach Art ein oder zwei Hörner sind durchschnittlich zehn Kilogramm schwer. Sie bestehen aus der Hornsubstanz Keratin und haben keinen Knochenkern. Seit 1976 verbietet das internationale Washingtoner Artenschutzübereinkommen "Cites" zwar den Handel mit Produkten geschützter Tiere. Eine weiter große Nachfrage auf dem Schwarzmarkt ermöglicht internationalen Banden aber Gewinnspannen wie im Drogenhandel.

90 Prozent aller Nashörner auf der Welt leben in Südafrika, dort gibt es noch rund 22.000 Tiere. Banden von Wilderern dezimieren den bedrohten Bestand allerdings beträchtlich. Nach Angaben der südafrikanischen Natur- und Tierschutzbehörde hat sich die Nashorn-Wilderei in den vergangenen Jahren verzehnfacht.

Die Regierung in Südafrika hat 2011 weitere Anstrengungen zum Schutz der Tiere angekündigt. In den Kampf gegen Wilderer wird sogar das Militär einbezogen. Zwischen April 2010 und März 2011 wurden nach Angaben des Umweltministeriums von Anfang November insgesamt 214 mutmaßliche Wilderer festgenommen, 16 seien auf der Flucht oder bei Schießereien von Sicherheitskräften getötet worden. Nach Erkenntnissen der südafrikanischen Behörden wildern technisch hochgerüstete Banden - teilweise mit Hubschraubern und Nachtsichtgeräten - im Auftrag der organisierten Kriminalität.

Glossar
Südafrika
Südafrika ist die stärkste Wirtschaftsmacht Afrikas. Wichtigste Exportgüter sind Gold, Platin und Diamanten. Die Republik ist drei Mal so groß wie Deutschland.
Wilderer im Nationalpark
Das erinnert an Krieg
"Heute jagen Wilderer mit Giftpfeilen, das macht es uns sehr schwer", schildert Wildhüter Julius Gayoye vom Nationalpark Tsavo in Kenia.