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Wasser rein, Energie wieder raus: Moore sollen natürlich Energie liefern
Energie aus dem Moor
Paludikultur will Feuchtgebiete wieder nutzen
Im wiedergefluteten Peenetalmoor haben Spezialisten der Universität Greifswald versucht, aus Sumpf- und Röhrichtpflanzen Biogas und Energie zu gewinnen.
Dabei sei auf einem 45 Hektar großen Niedermoorgebiet eine neuartigen Moorraupe zum Einsatz gekommen. Ausgerüstet mit besonders breiten Gummiketten sei das Vehikel in die gefluteten Gebiete gesteuert worden, um dort Schilf und Seggen zu mähen und zu zerhäckseln. Das Material wurde anschließend zum Ufer der Peene und von dort aus mit einem Landungsboot zu einer Biogasanlage gebracht. Dort soll die Biomasse vergärt und energetisch genutzt werden.

Forscher wollen Bewirtschaftungsmethoden testen
Der Versuch ist Teil des vom Bund geförderten Forschungsvorhabens "Vorpommern Initiative Paludikultur". 40.000 der 300.000 Hektar Moorlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern sollen wieder unter Wasser gesetzt werden und dabei noch bewirtschaftet werden. 8000 Hektar stehen schon wieder unter Wasser. Dabei würden bis 2013 im Rahmen eines deutsch-polnischen EU-Projekts verschiedene Methoden zur Bewirtschaftung von Moorstandorten praktisch erprobt und wissenschaftlich untersucht, sagte Projektleiter Christian Schröder. Zudem sollen möglichst neue Biomasse-Produkte aus Mooren entwickelt werden. Als Testfläche dient dabei ein wiedervernässter Standort, der etwa halb so groß ist wie die Stadt Greifswald.

"Nur mit Paludikultur können wir die wesentlichen ökologischen Funktionen von Mooren als Kohlenstoffspeicher, Wasserregulator und Träger besonderer Biodiversität kombinieren mit der Gewinnung von nützlicher Biomasse", sagt Moorkundler Prof. Hans Joosten von der Uni Greifswald.

Pennetal-Moor war so trocken wie viele andere auch
Das Peenetal-Moor war bis zum 20. Jahrhundert als Streuwiese genutzt worden. Um die Flächen intensiv und auch mit schwerer Landtechnik zu bewirtschaften, wurden sie in den DDR-Jahren wie die meisten Moore in Mecklenburg-Vorpommern entwässert. Dabei wurden die über Jahrtausende gebildeten Torfe belüftet und von Mikroben zersetzt.

Die Folge davon sei, dass pro Hektar trockengelegter Moore jährlich 20 bis 25 Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid entweichen, sagte Schröder. Das entspreche derjenigen Menge Treibhausgas, die ein Mensch auf 30 Flügen von Berlin nach Mallorca und zurück verursache. Seit 1990 werden trockengelegte Moore allmählich wieder geflutet, um den-Ausstoß zu stoppen und vom Aussterben bedrohte Tierarten wieder anzusiedeln.

Dennoch entweichen im moorreichen Mecklenburg-Vorpommern noch immer pro Jahr mehr als sechs Millionen Tonnen CO2 aus entwässerten Moorböden. Das entspricht etwa einem Drittel des gesamten Emissionen des Landes.

Mecklenburg-Vorpommern
Initiative für die Moore
Um Mecklenburg-Vorpommerns Moore wieder zu bewässern, setzt das Bundesland auch auf privates Engagement im Naturschutz.
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