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Mann mit Messgerät Video
Die genaue Analyse zeigt, dass viele Robinien von Pilzen zerfressen sind
Bäume im Stress
Trockenheit und Pilze stressen die Stadtbäume
Besonders die zunehmende Trockenheit macht einheimischen Stadtbäumen zu schaffen. Sie leiden aber auch unter Pilzen und Schädlingen.
Der Pilz Massaria, der die Platane befällt, profitiert von trocken-heißer Witterung und hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Er war bis in die 2000er Jahre in Deutschland noch nicht bekannt. Der Pilz Ceratocystis ulmi hat der Ulme in deutschen Städten fast den Garaus gemacht. Stadtgärtner mussten fast 90 Prozent aller Ulmen fällen.

Kampf gegen Ulmensplintkäfer und Ceratocystis ulmi
Video
Der Hamburger Baumpfleger Stefan Haselbach versucht Ulmen gegen diesen tödlichen, hochinfektiösen Pilz zu impfen."Man impft den Baum eben mit einer abgeschwächten Version des Pilzes". erläutert Haselbach. "Damit trainiert man den Baum auf eine mögliche Reaktion, wenn er von dem Originalpilz befallen wird."

Ein Käfer und ein Pilz sorgen für Verheerung
Der Pilz, der ausschließlich die Ulme befällt, setzt sich mit Vorliebe in den Versorgungsbahnen der Stämme fest und dreht der Baumkrone nach und nach den Saft ab. "Das Problem bei der Ulme ist nicht der Pilz, sondern die Reaktion des Baumes auf den Pilz", schildert Haselbach: "Eigentlich haben Bäume eine wirkungsvolle Abwehrmöglichkeit gegen Schädlinge: Sie reagieren über ihre Leitungsbahnen, die sich in der Rinde und im äußersten Jahresring befinden. Sind Teile eines Baumes befallen, verschließt er in diesem Bereich seine Leitungen und lässt den infizierten Ast oder Zweig gezielt absterben."

Doch der Baum reagiere über: "Er will schnell den Pilz stoppen. Und deswegen verholzt er ganz schnell alles, was in der Nähe dieses Pilzes ist. Dadurch verschließt er sich seine Leitungsbahnen. Und wenn kein Saftstrom mehr stattfindet, vertrocknet er." Zuerst welken einige Zweige, dann sterben ganze Äste ab. Seit den 1970er Jahren wütet eine besonders aggressive Pilzvariante. Bisher sind alle Versuche gescheitert, den oft jahrelangen Todeskampf mit Hilfe chemischer Mittel zugunsten des Baumes zu entscheiden.

Gegen die Käfer, die die Sporen von Baum zu Baum tragen, ist kein Kraut gewachsen. Injektionen in die Baumadern haben sich als wenig wirksam erwiesen. Meist werden befallene Ulmen sofort gefällt, um nicht als Brutstätte zu dienen.

Weltweit sind Millionen dieser Bäume zugrunde gegangen, seitdem die tückische Ulmenkrankheit 1919 erstmals in den Niederlanden beobachtet wurde. Förster müssen oft tatenlos zusehen, wie mehrere hundert Jahre alte und bis zu 35 Meter hohe Bäume der Krankheit zum Opfer fallen.

Städte wie Berlin und Wiesbaden pflanzen jetzt schon neue Baumarten, die mit dem Stress durch den Klimawandel besser zurechtkommen. Dazu gehören der Zürgelbaum aus Nordafrika, der Französische Ahorn aus Südeuropa, die Spanische Eiche, die Zelkove aus Asien und der Amberbaum aus Nordamerika. Auch der Eisenholzbaum aus dem Kaukasus und der japanische Dreizahn-Ahorn eignen sich.

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VideoNeue Bäume braucht die Stadt
An den Straßenrändern werden zukünftig neue Baumarten zu sehen sein. (Beitrag vom 1. Oktober 2012)
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VideoSpanische Eiche und Amberbaum kommen
Städte wie Berlin pflanzen jetzt schon neue Baumarten, die mit dem Stress durch den Klimawandel besser zurechtkommen. (Beitrag vom 25. September 2013)
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