Montag bis Freitag 18.30 Uhr
Archiv & Vorschau
Juni 2013
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
27
28
29
30
31
01
02
0304050607
08
09
1011121314
15
16
1718192021
22
23
24
25
26
27
28
29
30
Sendung
19. Juni 2013
  • Neue Kriterien für Arzneimittelversuche
  • Merkmale des "Bösen"
Forscher am Baum Video
Lange Versuche habenm gezeigt: Mehr Kohlendioxid nutzt dem Wald nicht
Kohlendioxid ist kein Dünger für Bäume
Ausstoß von Treibhausgasen nutzt dem Wald nicht
Bäume wachsen nicht besser, wenn sie mehr Kohlendioxid bekommen, sagt der Botaniker Prof. Christian Körner von der Uni Basel.
In der Gesellschaft herrsche die Vorstellung, mehr Kohlendioxid aus fossilen Brennstoffen könne die Vegetation düngen. "Das ist für den Wald klar zu widerlegen." In den hohen Bergen werden sich die Bäume aber nach den Prognosen der Wissenschaftler ausbreiten: Die Baumgrenze soll allgemein um 50 bis 100 Meter steigen.

Alpenflora kann dem Klimawandel nicht ausweichen
Forscher im Gebirge Lupe
Forscher vermissen bestimmte Pflanzen in großen Höhen
Die Hochlagen-Spezialisten der Alpenflora wie der Alpenmannsschild werden selten, hat der Botaniker Dr. Michael Gottfried von der Uni Wien gezeigt: Mit der Klimaerwärmung verlagern sich die Temperaturgrenzen und die Vegetationszonen immer weiter nach oben. Weiter bis zum Gipfel können aber die Pflanzen nicht ausweichen: "Die werden von den Eindringlingen aus den unteren Zonen überwachsen." Viele Pflanzen dringen in Regionen vor, in denen sie bisher nicht waren.

Seit 1850 ist es dort um ein Grad wärmer geworden. Die Folge ist eine "irrsinnige Anstiegsgeschwindigkeit" der Pflanzen. Mit mindestens vier Metern pro Jahrzehnt wandern sie in Richtung Gipfel. Dabei bringen sie ihre Pflanzen mit, weiß Gottfried: "Auf dem Schrankogl konnten wir beobachten, dass in einem Jahrzehnt die Artenzahl um zwölf Prozent zugenommen hat." Pflanzen wie das Stengellose Leimkraut und das Zweizeilige Kopfgras dringen ein und gedeihen besser als die einheimischen.

Das Einblütige Hornkrauft, der Gletscher-Hahnenfuß, der Moosartige Steinbrech und das Schlaffe Rispengras bekommen Probleme mit ihrem Energiehaushalt, weil ihr Stoffwechsel nicht auf die erhöhten Temperaturen eingestellt ist. Rund ein Fünftel aller europäischen Pflanzenarten kommt nur im Hochgebirge oberhalb der Baumgrenze vor. "Wir verlieren effektiv ein ganzes Ökosystem, wenn diese Hochzonen verschwinden", sagt Gottfried. Dessen ideeller Wert sei in Geld nicht zu beziffern. "Was an medizinisch verwertbaren Geheimnissen in dieser Lebenswelt überhaupt noch stecken mag und heute noch unbekannt ist, kann noch gar nicht abgeschätzt werden."

Klimawandel
Neue Bäume im Wald
Vielleicht können Zedern aus dem Libanon den deutschen Wald retten, hofft Dr. Martin Bachmann von der bayrischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft.
mehr zum Thema